Dauerbrenner: Der B-52-Bomber soll weiterfliegen, bis er 90 ist
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DauerbrennerDer B-52-Bomber soll weiterfliegen, bis er 90 ist

Vergangene Woche stellte eine B-52 in Afghanistan einen neuen Rekord auf. Nun wird die Flotte mit neuen Triebwerken für weitere 30 Jahre fit gemacht.

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jcg
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Die achtstrahlige B-52 Stratofortress (Stratosphärenfestung) hob am 15. April 1952 erstmals ab und ist seit ihrer Indienststellung 1955 das Rückgrat der amerikanischen Bomberflotte.

Die achtstrahlige B-52 Stratofortress (Stratosphärenfestung) hob am 15. April 1952 erstmals ab und ist seit ihrer Indienststellung 1955 das Rückgrat der amerikanischen Bomberflotte.

Keystone/str
In seiner letzten Version B-52H ist der Bomber seit 1961 in Einsatz. Auch seine Triebwerke stammen von damals. Ihre Wartung wird zunehmend schwierig.

In seiner letzten Version B-52H ist der Bomber seit 1961 in Einsatz. Auch seine Triebwerke stammen von damals. Ihre Wartung wird zunehmend schwierig.

AP/Ahnn Young-joon
Deshalb sollen die acht Triebwerke pro Flugzeug mit aktuellen Modellen, wie sie auch bei zivilen Flugzeugen zum Einsatz kommen, ersetzt werden. Die Air Force erhofft sich davon eine Treibstoffersparnis von 20 bis 40 Prozent. Ausserdem sollen die neuen Triebwerke mehr Strom für die Bordsysteme liefern.

Deshalb sollen die acht Triebwerke pro Flugzeug mit aktuellen Modellen, wie sie auch bei zivilen Flugzeugen zum Einsatz kommen, ersetzt werden. Die Air Force erhofft sich davon eine Treibstoffersparnis von 20 bis 40 Prozent. Ausserdem sollen die neuen Triebwerke mehr Strom für die Bordsysteme liefern.

AP/Staff Sgt. Corey Hook

Als die ersten Exemplare des Bombers B-52H ausgeliefert wurden, war John F. Kennedy Präsident der Vereinigten Staaten. Seither kamen die auch Stratofortress (englisch für Stratosphärenfestung) genannten Flugzeuge in jedem Krieg der USA zum Einsatz. Zwar nagt der Zahn der Zeit an ihnen, doch für die USA sind sie noch für Jahrzehnte unverzichtbar. Denn ein angemessener Nachfolger ist weit und breit nicht auszumachen. Deshalb wird die B-52 nun mit neuen Triebwerken ausgerüstet.

Wie wichtig der Uralt-Bomber nach wie vor ist, zeigt eine Mitteilung der US-Streitkräfte in Afghanistan von letztem Dienstag. Demnach hat ein B-52-Bomber der Air Force in einer 96 Stunden dauernden Operation 24 präzisionsgelenkte Bomben (sogenannte Smart bombs) auf Stellungen der Taliban abgefeuert – ein neuer Rekord. Möglich machte das eine neue drehbare Abschussvorrichtung für acht Smart bombs, mit der die B-52 erst vor kurzem nachgerüstet worden war.

69'708 Dollar pro Flugstunde

Dank konstanter Weiterentwicklungen wie dieser kann sich die von 1960 bis 1962 gebaute B-52H bis heute gegen neuere Bombertypen behaupten. Die B-1B aus den 1980er-Jahren ist teurer im Betrieb und für weniger Waffentypen geeignet. Der Stealth-Bomber B-2A ist neben anderen Defiziten mit einem Stückpreis von rund einer Milliarde Dollar schlicht zu teuer, um die Stratofortress zu ersetzen.

Doch so unverzichtbar die 76 noch im Einsatz stehenden B-52H sein mögen, ein Problem lässt sich nicht wegdiskutieren. Bis heute fliegen sie mit ihren Originaltriebwerken vom Typ Pratt & Whitney T33-103. Sie sind längst nicht mehr auf dem Stand der Zeit, und ihr Unterhalt wird wegen fehlender Ersatzteile immer schwieriger, was hohe Kosten nach sich zieht. Eine B-52-Flugstunde kostet zurzeit 69'708 Dollar. Ohne Upgrade wird es für die Bomber ab 2030 kritisch.

Neue Triebwerke ab 2026

Jetzt will die Air Force handeln. Die B-52H-Flotte soll Triebwerke erhalten, wie sie auch von zivilen Flugzeugen genutzt werden. Sie sollen bei gleichbleibendem Schub 20 bis 40 Prozent weniger Treibstoff verbrauchen und mehr Strom für die Bordsysteme liefern, wie «Popular Mechanics» schreibt. Verworfen wurde die Idee, die Zahl der Triebwerke von acht auf vier pro Flugzeug zu reduzieren. Zur Diskussion stehen Triebwerke von Pratt & Whitney, GE Aviation und Rolls-Royce.

Neue Triebwerke für die B-52H

12.2.2018 (Video: Boeing)

Der Boeing-Werbefilm erklärt die Vorzüge neuer Triebwerke (Video: Boeing)

Läuft alles wie vorgesehen, sollen etwa im Jahr 2026 die ersten zehn Bomber mit den neuen Triebwerken ausgerüstet werden. Von 2028 bis 2034 sollen die restlichen 66 folgen.

Bis 2050

Und der Plan dürfte aufgehen. Denn das soeben veröffentlichte Budget für 2019 sieht für die Uralt-Bomber ein umfassendes Modernisierungsprogramm inklusive neuer Triebwerke vor. Der B-52-Flotte dürfte damit noch ein langes Leben beschieden sein, ganz im Gegensatz zu den beiden neueren B-1B und B-2A. Sie sollen ab 2025 ausser Dienst gestellt werden. Ihre Aufgaben soll der strategische Langstreckenbomber B-21 übernehmen, der zurzeit bei Northrop Grumman in Entwicklung ist.

Die B-52H wird dagegen bis mindestens 2050 weiterfliegen – und dann das für Flugzeuge biblische Alter von 90 Jahren erreicht haben.

Die B-52 in Aktion. (Video: Youtube/AiirSource Military)

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