Verdacht: «Der Bachelor» ist wohl gescriptet
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Verdacht«Der Bachelor» ist wohl gescriptet

Rafael Beutl hat nicht nur Rosen in der Hand. Der Bachelor trägt auch einen Knopf im Ohr. Wer ihm was einflüstert.

von
Katinka Templeton

Der Bachelor wechselt. Doch ein Vorwurf bleibt in jeder Staffel: Die Show ist unecht, die Dialoge gescriptet. Die erste «Bachelor»-Folge giesst diesbezüglich wieder Öl ins Feuer. Bei der Nacht der Rosen trägt Beutl einen Knopf im Ohr - ein Gerät, das bei TV-Produktionen für Regieanweisungen und Texthilfen benutzt wird. Spricht der Bachelor nach Vorlage?

3+-Chef Dominik Kaiser bestreitet dies. «Die Regie gibt Rafael durch, welche Dame als nächste dran ist und von welcher Kamera er gerade gefilmt wird. Der Dreh der Nacht der Rosen ist anspruchsvoll.» So weit, so gut, würde Rafael nicht oft auch noch reden wie gedruckt.

Linguist klärt auf

Der Linguist Dr. Martin Luginbühl hat Beutls Liebesgeflüster für 20 Minuten analysiert und kommt zum Schluss: «Die Äusserungen des diesjährigen Bachelors weisen Merkmale auf, die in spontaner, gesprochener Sprache in dieser Häufung nicht vorkommen», so der Professor für deutsche Sprachwissenschaft. Versprecher oder Verzögerungssignale wie «äh» oder «also» würden fehlen, erklärt Luginbühl.

Er spreche «wie gedruckt» und vor allem in zum Teil recht komplexen Konstruktionen, die sich im Dialekt nur selten finden würden. Luginbühl hält fest: «Wir haben es hier ganz offensichtlich mit Formulierungen, die zuerst schriftlich festgehalten werden und dann erst gesprochen realisiert werden, zu tun.» Kaiser streitet ab, dass seine Show gescriptet ist: «Die Inhalte und Reaktionen sind alle echt.»

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