Maik Franz: Der «Bad Boy» der Bundesliga
Aktualisiert

Maik FranzDer «Bad Boy» der Bundesliga

Er steht auf Füsse, behandelt diese aber nicht zärtlich, sondern tritt sie mit Vorliebe kaputt. Maik Franz ist der böse Bube der Bundesliga. Im Spiel gegen Schalke rastete der Kultverteidiger wieder einmal aus.

Dienstagabend war es wieder einmal so weit: Maik Franz rastete aus. Mit Gelb belastet hatte er den Schalker Jefferson Farfan umgerannt – ohne Konsequenzen. Als sich sein Gegenspieler bei ihm revanchierte, spielte Franz den sterbenden Schwan, wälzte sich auf dem Boden, als hätte er Feuer gefangen. Richtig hitzig wurde es aber erst später. Fuchtelnd legte sich Franz mit der gesamten Schalke-Bank an. Schiedsrichter Fandel hatte das Spiel schon lange wieder angepfiffen – Maik zoffte sich immer noch mit den Schalkern. Grund Genug für Schiedsrichter Fandel, dem Treiben mit einer zweiten gelben Karte ein Ende zu bereiten. Und damit Franz erst recht zu reizen. Mit einem Tritt à la Eric Cantona zerstörte die wild gewordene Furie einen Plastiksitz und rüpelte einen Linienrichter an. Die Betreuer des KSCs konnten Franz gerade noch so ins Stadioninnere bugsieren, bevor er noch Schlimmeres anrichten konnte. Maik Franz hatte wieder einmal einen Auftritt gehabt. Einen eher untypischen, denn normalerweise ist er es, der seine Gegenspieler zur Weissglut treibt.

Bad Boy Franz

Wolfsburgs Erfolgsstürmer Grafite warf Franz «Charakterlosigkeit» vor. Tatsächlich ist Franz als «Trash Talker» der übelsten Sorte bekannt: «Worte, die nicht auf den Fussballplatz gehören», so Frankfurts Weissenberger und Ioannis Amanatidis doppelte nach: «Wir tragen Fair-Play-Logos auf dem Ärmel und da laufen solche Leute auf dem Platz rum». Weniger charakterlos als seine Spielweise fällt Franz' Reaktion auf die Beschuldigungen aus. In einem Interview gegenüber der «Welt Online» steht er offen zu seiner harten Linie: «Klar spiele ich aggressiv, das ist nun mal mein Stil. Ohne den wäre ich nicht dort, wo ich jetzt bin». Auch seine verbalen Entgleisungen redet der «Bad Boy» nicht biblisch: «Auf dem Spielfeld fallen teilweise mal deutliche Worte, da nehme ich mich nicht aus. Aber da bin ich bei Weitem nicht der Einzige… Der einzige Unterschied: Ich stelle mich nicht nach dem Spiel hin und jammere im Fernsehen rum».

Von den Gegnern gehasst, von den eigenen Fans geliebt

«Gejammert» hat unter anderem auch Nationalmannschaftsspieler Mario Gomez, der den Verteidiger vor laufender Kamera ein «Arschloch» nannte. Es sind solche Äusserungen, die den beinharten Verteidiger bei den eigenen Fans so beliebt machen. «Mai Franz foult nicht, die Gegner fallen ihm vor die Knie», so die Botschaft auf Fantransparenten. Längst ist der blonde Hüne mit dem Bubigesicht in Karlsruhe Kult. Obwohl seine spielerischen Fähigkeiten beschränkt sind, verlängerte der KSC den Vertrag mit Franz um weitere drei Jahre. Einen wie den Franz, so Wolfsburg-Trainer Magath, kann man in jeder Mannschaft gebrauchen. Maik Franz das Nischenprodukt? Gennaro Gattuso, Carlos Varela, Christian Poulsen oder Mark van Bommel – sie alle schlagen in dieselbe Kerbe. Nicht grundlos, wie Matthias Sammer einst vermeldete: «Wenn du auf dem Platz nicht eine Drecksau bist, kannst du bestimmte Situationen nicht lösen».

«Bad Boy» for life

Spielertypen wie Franz gibt es auch in anderen Sportarten – im Hockey habe sie sogar einen eigenen Namen - «Goons». Und es wird sie auch in Zukunft geben, die bösen Buben der Liga. Maik Franz wird immer ein solcher bleiben, wie er im «Welt Online» Interview auf die Frage beteuerte, ob er sich ändern werde: «Das werde ich genau zu nullkommanull Prozent tun. Warum auch? Ich habe mir nichts zuschulden kommen lassen. Aber vielleicht schreiben die ganzen armen Gegenspieler ja bald mal einen gemeinsamen Brief und beschweren sich beim DFB. Mir ist das völlig schnuppe. Wenn sie wollen, spendiere ich auch gern eine Runde Taschentücher».

So dreckig spielt Maik Franz

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(Quelle: YouTube)

Mario Gomez über Maik Franz

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(Quelle: YouTube)

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