01.04.2020 13:52

James «2GD» Harding

Der Bad-Boy des E-Sports bringt eigenes Game raus

James «2GD» Harding gehört zum E-Sport wie eine stabile Internetverbindung. Der Engländer spricht mit 20 Minuten über seine Karriere und sein neues Spiel «Diabotical».

von
Marc Gerber

Er hat alles erreicht was es im E-Sport zu erreichen gibt: Er war Pro-Gamer, Manager, Kommentator – und ist neu Spieleentwickler. 2GD ist ein fixer Bestandteil der internationalen Szene.

Er ist bekannt für seine fiesen Sprüche und dafür, dass er 2016 am Shanghai-«Dota 2»-Major von keinem Geringeren als Valve-Boss Gabe Newell (57) entlassen wurde. Doch obwohl dieser ihn sogar als «Arsch» bezeichnet hatte, gehörte 2GD weiterhin zur E-Sport-Szene und bringt nun seinen eigenen Shooter «Diabotical» heraus.

Aktiv seit über 20 Jahren

Doch zurück zum Anfang: Wir schreiben das Jahr 1998, das Wort E-Sport gab es noch nicht, und wer sein Lieblingsgame online spielen wollte, konnte von einer guten Internetverbindung nur träumen.

Es war zu dieser Zeit, als ein junger James «2GD» Harding seine Liebe zu Online-Multiplayer-Shootern entdeckte: «Egal welcher Server, alles, was irgendwie ging, wurde mit dem 56k-Modem gespielt», sagt er zu 20 Minuten.

Der Weg zum Kommentator

Um das Millennium herum war vor allem ein Genre beliebt: der Arena-Shooter. Spiele wie «Quake 3 Arena» oder «Unreal Tournament» begeisterten erstmals auch die Normalsterblichen und waren nicht nur an LAN-Partys beliebt. Dazu kam, dass das Internet dank DSL-Verbindungen auch stabiler lief und der Ping tiefer ausfiel.

«Wir benutzten das Onlineradio und mussten den Zuhörern die Zeit laut vorsagen, damit sie das Radio mit dem Game synchronisieren und so die Spiele mit Kommentar schauen konnten», erinnert sich James an seine ersten Schritte als Kommentator.

Pro-Gamer in einem toten Spiel

Mit viel Hype wurde «Quake 4» veröffentlicht und James «2GD» Harding gehörte schnell zur absoluten Weltspitze mit anderen Pro-Gamern wie F1tality. Trotzdem war das vierte «Quake» niemals so beliebt wie sein Vorgänger.

Darum verwendete 2GD immer mehr seiner Zeit darauf, seinen Clan Fnatic besser zu machen. Als Manager war er massgeblich am Erfolg der E-Sport-Organisation beteiligt: Bis heute ist Fnatic einer der erfolgreichsten Clans in der Geschichte des E-Sports.

Er war praktisch in jeder Liga

James «2GD» Harding hat praktisch alles kommentiert, was es im E-Sport zu kommentieren gibt. Einer breiten Masse bekannt wurde der Engländer als Kommentator der ESL und später als Host der grossen «Dota 2»-Turniere. Mit seinem britischen Charme und seinen fiesen Sprüchen begeisterte er Millionen von Zuschauern.

Nur einer war leider kein Fan von ihm: der Organisator der Turniere, Valve-Chef Gabe Newell. Er entliess ihn 2016 während des Shanghai-Major-Turniers und beschimpfte ihn als «Arsch».

«Ich mach mein eigenes Spiel»

Etwa zur gleichen Zeit, als 2GD entlassen wurde, startete er die Kickstarter-Kampagne für sein neues Spiel «Diabotical». Es soll der Retter des Arena-Shooters werden.

Und das ist es vielleicht auch. Denn die Closed-Beta ist zu Ende und zumindest die Pro-Gamer und Twitch-Streamer schwärmen vom neuen Arena-Shooter, der im Juni veröffentlicht werden soll – im Epic Game Store, dem Konkurrenten von Newells Steam-Plattform.

Wer auf Fluchwörter und schlechtes Englisch steht, darf sich natürlich auch das ganze 35-Minuten-Interview mit James «2GD» Harding und 20-Minuten-Redaktor Marc Gerber geben. (Video: M. Gerber)

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