Ausser Rand und Band: Der Bad Boy des Tischtennis flippt aus

Aktualisiert

Ausser Rand und BandDer Bad Boy des Tischtennis flippt aus

Der Chinese Zhang Jike ist bekannt dafür, dass er nach Siegen ausgelassen jubelt - nicht so wie die meisten seiner Landsleute. In Düsseldorf übertrieb es Zhang aber.

von
hua

In der Sportart Tischtennis dominiert eine Nation den Wettbewerb seit Jahren: An China ist an Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen meistens kein Vorbeikommen. Dann stehen sich im Endspiel oft zwei Chinesen gegenüber und dasselbe gilt für das Spiel um Bronze. Sogar an Europameisterschaften spielen die Asiaten vorne mit. Es sind dann eingebürgerte Chinesinnen und Chinesen, die für ihr neues Heimatland an den Start gehen. Nur gelegentlich können Europäer, wie zum Beispiel der Deutsche Timo Boll, die Phalanx durchbrechen.

So erstaunt es wenig, dass sich beim Weltcup in Düsseldorf im Final die Chinesen Zhang Jike und Ma Long gegenüberstanden. Das Endspiel hätte nicht spannender sein können. Bei der Best-of-Seven-Begegnung ging es in den Entscheidungssatz. Und um es noch spannender zu machen, endete auch dieser siebte Satz in der Verlängerung. Denn: Steht es 10:10, gewinnt derjenige Spieler, der sich zuerst zwei Punkte Vorsprung erarbeitet.

Strafe von 44'000 Franken folgte auf dem Fuss

Jike gelang der Sieg mit 12:10, nachdem er im Entscheidungssatz zuerst noch zurückgelegen war. Er verwertete schliesslich seinen dritten Matchball - der Druck war gross, die Freude musste raus. Ganz atypisch für Chinesen, die normalerweise bei Siegen, aber auch Niederlagen gelassen reagieren oder zumindest ihre Gefühle nach aussen nicht zeigen, jubelte Jike ausgiebig. Da der Druck auf ihn offenbar immens war, musste auch Frust raus. So zertrümmerte er mit Tritten zwei Werbebanden (siehe Video oben).

Das war der Turnierleitung aber zu viel, Jike wurde für diese Aktion bestraft. Er musste auf die Siegprämie von rund 44'000 Franken verzichten, wie der «Spiegel» schreibt. Für den 26-Jährigen sind solche Jubel-Ausbrüche aber keine Seltenheit. So hat er sich auch schon sein Trikot zerrissen oder das Siegerpodest geküsst (siehe Videos unten). Ach ja, Timo Boll wurde übrigens Dritter.

2011 machte Jike den «Hulk Hogan» und zerriss sein Shirt. (Quelle: Youtube)

Nach seinem Sieg an den Olympischen Spielen küsste Jike das Siegerpodest, ab Minute 12.10. (Quelle: Youtube)

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