Aktualisiert 27.08.2012 15:25

Federers AuftaktgegnerDer beinahe grösste Loser aller Zeiten

Roger Federer trifft in der ersten Runde der US Open auf Donald Young. 18 Mal in Serie verlor der 23-jährige US-Amerikaner in diesem Jahr. Für den Titel als grösster Loser aller Zeiten reicht dies noch nicht ganz.

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Unterschiedlicher könnte ein Duell kaum sein: Roger Federer, der überragende Spieler des Sommers, wenn nicht dieses Jahres, trifft in der ersten Runde der US Open auf Donald Young, der mit Abstand grösste Loser der ATP-Tour 2012.

Mit 15 Jahren war der Linkshänder aus Chicago Profi geworden, stürmte an die Spitze der Juniorenweltrangliste - mit 16 Jahren und fünf Monaten so früh wie niemand zuvor. 2005 holte er als jüngster Spieler der Geschichte den Juniorentitel bei den Australian Open. Die Amerikaner waren sich sicher: Das wird ihr neuer Champion. Danach bekam Young nicht mehr viel auf die Reihe, tummelte sich grösstenteils auf der Challenger Tour herum und scheiterte immer wieder an Spielern, die in der Weltrangliste um Platz 300 klassiert waren.

Vor einem Jahr brillierte Young an den US Open

Ein Jahr ist es her, da stand es zwischenzeitlich gut um Youngs Karriere. Bei den US Open 2011 stiess der 22-jährige US-Boy ins Achtelfinale vor und kletterte in der Weltrangliste auf Rang 38. Eine ganze Nation hoffte, dass dies der endgültige Startschuss zur längst vorgesehenen Traumkarriere war. Als einer von vier US-Amerikanern kämpfte er in New York um ein Viertelfinalticket. Unter anderem rang er Stanislas Wawrinka in der zweiten Runde in fünf Sätzen nieder. Im Achtelfinal gegen Andy Murray war dann Schluss, dennoch schien der Knoten bei Young endlich geplatzt zu sein.

Young hatte sich intensiv auf das letzte Grand Slam des Jahres vorbereitet. Das harte Training machte sich bezahlt, sogar auf die Unterstützung von Tennis-Legende Pete Sampras konnte er zählen. «Wir haben abwechselnd zwei Tage Fitness, dann zwei Tage Tennis gemacht – das ist mehr, als ich je gemacht hatte», sagte Young, «direkt danach fühlte ich mich total platt, aber ich denke, so langsam zahlt es sich aus.»

«Ich will nicht wissen, wie oft ich schon verloren habe»

Das Hoch war nicht von langer Dauer. Statt auf der Weltrangliste den Sprung in die Top 20 zu schaffen, stürzte der 22-Jährige ab – und wie. Nach den US Open ritt Young zwar beim ATP-Turnier in Bangkok weiter auf der Erfolgswelle. Die Finalniederlage gegen den Andy Murray mit 2:6 und 0:6 beendete Youngs Höhenflug dann aber. In Shanghai, den Swiss Indoors und in Paris schienen seine Batterien leer. Davon erholte er sich auch im neuen Jahr nicht.

Vom 20. Februar bis 20. August – exakt ein halbes Jahr – konnte Young kein einziges Spiel auf der ATP-Tour gewinnen. Die einst beste Junior der Welt liess sich ob dieser haarsträubenden Serie nicht vom Weg abbringen. «Aber ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich mir keine Gedanken darüber mache. Ich zähle aber nicht mit. Ich will wirklich nicht wissen, wie oft ich schon verloren habe», so Young nach der 15. Pleite in Serie. Das braucht er auch nicht. Schliesslich gibt es Statistiken, wo man das nachschauen kann. Es waren 17 Erstrunden-Niederlagen. Vielleicht löst sich an den US Open erneut der Kopf. Vielleicht beschert ihm Federer aber eine weitere Erstrundenniederlage in diesem Jahr. Es wäre seine insgesamt 18.

Den Rekord was die meisten Niederlagen am Stück angeht, hält Vince Spadea. Der US-Amerikaner verlor 21 Mal in Serie, bis der 26. Juni 2000 kam und Spadea in der ersten Runde von Wimbledon Greg Rusedski mit 9:7 im fünften Satz bezwang.

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