Aktualisiert 15.12.2010 18:41

ParlamentDer Berner Jasskönig kommt aus dem Aargau

FDP-Nationalrat Philipp Müller scheint die besten Trümpfe in der Hand zu halten: Er gewann das Jassturnier der eidgenössischen Räte souverän.

von
Antonio Fumagalli
Ein Schieber über die Parteigrenzen hinweg: Parlamentarier kämpfen um den Titel des Jassmeister der eidgenössischen Räte (Bild vom Turnier im Jahr 2007). Gewonnen hat in diesem Jahr FDP-Nationalrat Philipp Müller (hinten rechts).

Ein Schieber über die Parteigrenzen hinweg: Parlamentarier kämpfen um den Titel des Jassmeister der eidgenössischen Räte (Bild vom Turnier im Jahr 2007). Gewonnen hat in diesem Jahr FDP-Nationalrat Philipp Müller (hinten rechts).

Politiker geniessen den Ruf, sich nicht gerne in die Karten blicken zu lassen – gestern Dienstagabend war dies aber sogar Pflicht. Zum fünften Mal fand nämlich die Jassmeisterschaft der eidgenössischen Räte unter der Bundeshaus-Kuppel statt, immerhin 34 National- und Ständeräte nahmen teil. «Das Turnier soll den manchmal eintönigen Ratsbetrieb etwas auflockern», sagt Organisator Bruno Zuppiger (SVP) auf Anfrage. Die Brücken, die dabei über die Parteigrenzen hinweg geschlagen würden, seien auch bei den tagespolitischen Auseinandersetzungen immer wieder hilfreich.

Grosser Sieger wurde FDP-Mann Philipp Müller – und dies, obwohl er gemäss eigenen Angaben seit Antritt seines Nationalratsmandats vor sieben Jahren nur einmal jährlich zum Jassen kommt. Ist die Konkurrenz also so schlecht, dass auch eingerostete Kenntnisse noch zum Triumph reichen? «Auf keinen Fall. Die Innerschweizer spielen ja fast Tag und Nacht», lacht Müller. Er habe wohl einfach Glück mit den Karten und den zugelosten Partnern gehabt.

Der Jass-Röstigraben

Müller bewies dabei jasstechnische Vielseitigkeit, er spielte sowohl mit französischen wie auch Deutschschweizer Karten. «Als Aargauer bin ich auf dem Jass-Röstigraben aufgewachsen, da muss man sich anpassen können», so der Unternehmer.

Als Preis gab's einen Wanderpokal, auf dem die Namen der Sieger eingraviert werden. «Natürlich bin ich etwas stolz, als Jassmeister ins Wahljahr steigen zu können», so Müller. Tritt er nun – nach dem letztjährigen zweiten Rang und dem diesjährigen Sieg – auf dem Höhepunkt des Erfolgs ab? «Das muss ich mir noch überlegen. Wenn ein Rücktritt, dann auf jeden Fall nur als Jasser», sagt Müller. Einen Denkanstoss sollte er sich vielleicht bei Hermann Bürgi holen: Der Thurgauer SVP-Ständerat gewann das Turnier letztes Jahr – und landete diesmal auf dem letzten Platz.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.