Aktualisiert 13.04.2010 11:48

Opera Mini

Der bessere Browser fürs iPhone

Über Jahre war Safari der einzige Browser für Apples Telefon – bis jetzt: Die Zensoren haben den Opera-Mini-Browser zugelassen. Dank der gewieften Taktik der norwegischen Browser-Spezialisten.

von
mbu

Im Rahmen des Mobile World Congress vom vergangenen Februar stellte Opera zum ersten Mal ihren Mini-Browser fürs iPhone vor (20 Minuten Online berichtete). Schnell wurden Zweifel laut, ob es der Browser überhaupt in den App Store schaffen würde, da er in direkter Konkurrenz mit dem hauseigenen Safari stand. Davon liessen sich die Norweger allerdings nicht beirren und informierten gezielt die Öffentlichkeit über ihr Vorhaben - und versuchten so auf Apple Druck auszuüben. Zusätzlich richteten sie auf ihrer Webseite eine Stoppuhr ein, die zeigte, wie lange die App schon im Review Prozess steckte. Jetzt ist sie stehen geblieben: Nach 20 Tagen, 8 Stunden und 31 Minuten hat die Warterei ein Ende - ihre Taktik ist offenbar aufgegangen.

Im Vergleich zu anderen Applikationen, die von Drittentwicklern in den App Store eingereicht wurden, ging das geradezu flott. So musste das schwedische Unternehmen Rebtel geschlagene neun Monate warten, bis man in Cupertino ihr VoIP-Programm durchwinkte (20 Minuten Online berichtete).

Bei der Präsentation wurde in erster Linie die Geschwindigkeit, mit der sich im Internet surfen lässt, hervorgehoben. So soll der Opera-Browser fünf bis sechs Mal schneller als der vorinstallierte Safari sein. Und in der Tat hält der Opera Mini sein Versprechen. In einem ersten Testlauf von 20 Minuten Online zeigte sich, dass der Mini deutlich schneller im Web unterwegs ist als der Safari. Dies beweisen auch erste YouTube-Clips, auf welchen die Ladezeiten einzelner Websites verglichen werden (siehe oben). Allerdings bringt der Opera Mini nur einen stufenweisen Zoom mit, was bei manchen Webseiten, die man nur graduell vergrössern möchte, stark stört.

Feineinstellungen direkt im Browser

Um noch mehr Speed aus dem Browser zu bekommen, kann über Einstellungen festgelegt werden, ob und in welcher Qualität Bilder geladen werden. Eine nützliche Funktion ist das Tabbed Browsing, mit der bis zu neun Seiten gleichzeitig aufgemacht werden können. Mit Hilfe einer Kompressionstechnologie wird der Datenfluss möglichst klein gehalten, was für Kunden ohne Datenflatrate von Vorteil ist. Privatsphäreeinstellungen lassen sich direkt im Browser vornehmen. Auf Wunsch können Webseiten per Standard im Vollbildmodus angeschaut werden. Als Standardsuchmaschine wird wie beim Safari Google vorgegeben. Die App steht im iTunes zum kostenlosen Download bereit.

Eigenen Angaben zufolge ist der Opera Mini der erfolgreichste Mobile-Browser. Er soll jeden Monat von über 46,3 Millionen Personen benutzt werden. Der Browser funktioniert auf allen Mobiltelefonen, die Java unterstützen. Im November 2008 teilte Opera mit, dass sein Browser wegen Apples Lizenzbestimmungen nicht aufs iPhone kommen würde - die Strategie wurde nun offenbar korrigiert.

«Minimal User Functionality»

Mit dem App Store verdiente Apple bislang Milliarden. Bevor ein neues Programm aufgenommen wird, muss es einen so genannten Review-Prozess passieren. Dabei spielt auch der gebotene Inhalt eine entscheidende Rolle. Apps, die etwa nackte Tatsachen zeigen, werden seit Beginn nicht toleriert. Bikini-Apps gingen bis vor kurzem noch durch, werden aber seit Mitte Februar rigoros rausgeworfen (20 Minuten Online berichtete). Offenbar sind Apple aber nicht nur Sex-Apps ein Dorn im Auge. So wurde den Entwicklern von «DuckPhone» mitgeteilt, dass ihre Applikation nicht ins Angebot aufgenommen werde, weil sie mit ihren Quakgeräuschen den Usern zu wenig Funktionalität bieten würde, berichtet der IT-Blog gizmodo.com.

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