FC Thun: Der Beste vom Rest

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FC ThunDer Beste vom Rest

Hinter Meister Basel und Verfolger YB liegt der FC Thun trotz Mini-Budget auf Rang 3 – eigentlich ein Wunder.

von
Peter Berger

Thuns Sportchef Andres Gerber. (Video: 20 Minuten)

5., 5., 5., 6. lauten die Platzierungen des FC Thun seit dem Wiederaufstieg 2010. Jetzt haben sich die Berner Oberländer drei Runden vor Schluss bereits die Qualifikation zur Europa League gesichert und liegen auf dem 3. Platz. «Den wollen wir unbedingt verteidigen, denn ein Podestplatz fühlt sich sehr gut an», so Captain Dennis Hediger.

Der «kleine» FC Thun ist somit drauf und dran sein zweitbestes Ergebnis der 117-jährigen Klubgeschichte zu realisieren – vor zehn Jahren hatte Kulttrainer Hanspeter Latour den FCT auf Rang zwei geführt. Dass dies mit einem Mini-Budget von rund 8 Millionen Franken möglich ist, grenzt an ein Wunder, hat aber auch irdische Gründe: Sportchef Andres Gerber leistet sich seit Jahren kaum Fehltransfers. Vernünftig, bodenständig, bescheiden, aber dennoch ehrgeizig; der frühere Captain verkörpert die Eigenschaften des Klubs wie kein anderer. So weigert sich Gerber auch jetzt, einen Topstürmer zu holen. Ridge Munsy (Kriens/1. Liga), Gaëtan Karlen (Sion/U21) und ab Sommer Roman Buess (Wohlen/Challenge League) sind nächste Saison die FCT-Stürmer. «Vielleicht ist das Europa-League-Abenteuer nach zwei Qualispielen schon vorbei, deshalb rüsten wir jetzt nicht blind auf», sagt Gerber. «Erreichen wir aber die Gruppenphase, bleibt immer noch Zeit zum Reagieren.»

Thuns Trainer Urs Fischer. (Video: 20 Minuten)

Trainer Fischer ist zufrieden

Gerbers umsichtige Transferpolitik ist ein wesentlicher Grund für den Höhenflug, ein anderer ist Trainer Urs Fischer. Der Zürcher versteht es, sein Team konstant an der Leistungsgrenze agieren zu lassen. «Wir haben das Niveau hoch gehalten», freut sich Fischer. Thun hatte keine solche Schwächeperioden wie Luzern und GC in der Vorrunde, oder der FCZ und St. Gallen nun in der Rückrunde. Fischer verweist jedoch auch auf die Konkurrenz. «Damit wir da vorne stehen, müssen die anderen Teams mithelfen. Denn es gibt einige, die das Potenzial hätten, vor uns zu liegen.» Im Klartext: alle ausser Vaduz und Aarau. Der Coach ergänzt seine Aussage aber gleich selbst: «Wenn jedoch die anderen schwächeln, muss man selbst bereit sein, um dies ausnützen zu können.»

Und das waren die Thuner. «Auch weil wir eine homogene Mannschaft sind. Da lässt keiner den Kopf hängen», sagt Hediger. Der Captain spricht damit den dritten Hauptgrund an: In Thun ist die Mannschaft der Star. Grüppchenbildung und interne Grabenkämpfe im Team gibt es nicht. Sicher – wie überall im Sport ist das Erfolgsgebilde auch in Thun fragil. Aber wenn alles stimmt, sind Wunder eben möglich.

Thuns Captain Dennis Hediger. (Video: 20 Minuten)

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