Neuer Forester: Der Bestseller soll es richten
Aktualisiert

Neuer ForesterDer Bestseller soll es richten

Subaru feierte in der Schweiz einst grosse Erfolge, doch die Verkaufszahlen sind stark rückläufig. Der neue Forester mit Mildhybrid-Antrieb ist ein Hoffnungsschimmer.

von
Dave Schneider
Ab Dezember macht der neue Forester den ersten Schritt zur Elektrifizierung des japanischen Herstellers. Das e-Boxer genannte Mildhybrid-System besteht aus einer Batterie im Heck und einem E-Motor am Getriebe.

Ab Dezember macht der neue Forester den ersten Schritt zur Elektrifizierung des japanischen Herstellers. Das e-Boxer genannte Mildhybrid-System besteht aus einer Batterie im Heck und einem E-Motor am Getriebe.

Subaru
Es reduziert den Verbrauch und die CO2-Emissionen gemäss Hersteller um bis zu 11 Prozent, liefert aber vor allem zusätzliches Drehmoment, was dem schwachbrüstigen 2-Liter-Boxer ausgesprochen guttut.

Es reduziert den Verbrauch und die CO2-Emissionen gemäss Hersteller um bis zu 11 Prozent, liefert aber vor allem zusätzliches Drehmoment, was dem schwachbrüstigen 2-Liter-Boxer ausgesprochen guttut.

Subaru
«Heute hat jeder Allrad und SUV im Angebot, früher waren wir die einzigen.» erklärt Werner Bärtschi, Marketing- und Kommunikationschef von Subaru Schweiz.

«Heute hat jeder Allrad und SUV im Angebot, früher waren wir die einzigen.» erklärt Werner Bärtschi, Marketing- und Kommunikationschef von Subaru Schweiz.

Subaru

«Der neue Forester wurde so gestaltet, dass er wie sein Vorgänger aussieht», erklärt Marketing- und Verkaufschef David Dello Stritto nicht ohne Selbstironie der versammelten Presseschar. Das ist bemerkenswert, übertreffen sich die Autohersteller doch sonst immer mit Superlativen – vor allem, wenn es ums Design geht, das für den Autokauf entscheidende Kriterium. Doch Subaru ist anders. Die Welt des japanischen Herstellers dreht sich nicht um Design und Lifestyle, sondern um Sicherheit und Zuverlässigkeit, um Langlebigkeit und Nachhaltigkeit.

Und natürlich sind der Boxermotor und der Allradantrieb ein zentrales Thema; beides bietet Subaru konsequent in allen Modellen an, wenn man von dem von Toyota übernommenen Sportcoupé BRZ mit Heckantrieb absieht. Früher stand Subaru aber auch für Sportlichkeit – zahllose Rallye-Erfolge und eine grosse Fan-Gemeinde zeugen davon. Vergangenheit. Heute darf Subaru nicht mehr sportlich sein, zumindest nicht in Europa. Der CO2-Druck ist zu hoch.

Der Höhenflug begann mit dem allradgetriebenen Justy

Abgesehen von der Sportlichkeit verkörpert kein Modell die Subaru-Attribute so beispielhaft wie der Forester, der nun in seiner fünften Generation zu den Händlern kommt. Eigenschaften, die in der Schweiz stets gut angekommen sind und die dem japanischen Hersteller hierzulande zu beachtlichem Erfolg verholfen haben.

Der Höhenflug begann 1984 mit der Lancierung des allradgetriebenen Kleinwagens Justy AWD, der die Verkaufszahlen nach oben schnellen liess. Drei Jahre später erreichte Subaru mit 14'332 verkauften Autos einen bis heute unerreichten Höchststand. Allein vom Justy konnten 1987 hierzulande 6474 Einheiten abgesetzt werden – das sind fast 2000 Fahrzeuge mehr als die gesamten Subaru-Verkäufe im vergangenen Jahr.

Es folgten weitere Kassenschlager wie Legacy, Outback oder Impreza. 1999, zwanzig Jahre nach dem Markteintritt in der Schweiz, brachte Subaru noch immer 11'855 Neuwagen an den Mann (oder die Frau) – dann liess der Erfolg langsam nach. Vom 2009 in Genf vorgestellten zweiten Justy hat man sich viel erhofft, die Verkaufszahlen gingen dennoch weiter zurück auf 8408 Stück. Ende 2018 vermeldete Subaru 4681 verkaufte Einheiten, was einem Marktanteil von 1,6 Prozent und Platz 22 in den Schweizer Verkaufscharts entspricht.

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Weitere Einbussen folgten

Auch im laufenden Jahr mussten die Japaner weitere Einbussen hinnehmen – wegen Lieferschwierigkeiten hat der Importeur bis Ende August nur 2431 Fahrzeuge abgeliefert. Das entspricht einem Minus von 22,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr und einem aktuellen Marktanteil von 1,2 Prozent.

Die Ursache für diesen stetigen Rückgang im Schweizer Geschäft sieht Werner Bärtschi, Marketing- und Kommunikationschef von Subaru Schweiz, vor allem in der Modellpolitik der Japaner.

Aktuell hat Subaru mit den allradgetriebenen SUV-Modellen XV, Outback und Forester zwar Fahrzeuge im Programm, die hierzulande gut ankommen sollten. «Aber die Konkurrenz ist inzwischen stark gewachsen», so Bärtschi. «Heute hat jeder Allrad und SUV im Angebot, früher waren wir die einzigen.» Und während die Konkurrenz hochmoderne Turbomotoren, Plug-in-Hybride oder Elektro-SUV anbietet, bleibt Subaru vorerst bei der übersichtlichen Auswahl an Boxer-Benzinmotoren stehen.

Erster Schritt zur Elektrifizierung

Immerhin macht ab Dezember der neue Forester den ersten Schritt zur Elektrifizierung des japanischen Herstellers. Das e-Boxer genannte Mildhybrid-System besteht aus einer Batterie im Heck und einem E-Motor am Getriebe. Es reduziert den Verbrauch und die CO2-Emissionen gemäss Hersteller um bis zu 11 Prozent, liefert aber vor allem zusätzliches Drehmoment, was dem schwachbrüstigen 2-Liter-Boxer ausgesprochen guttut. Dieses Mildhybrid-System ist in Japan seit letztem Jahr auf dem Markt, kommt bei uns nun mit dem neuen Forester und dem kleineren XV und wird später in weiteren Modellen wie dem neuen Impreza eingesetzt.

Der neue Forester und die neuen e-Boxer-Modelle sind aber wohl nicht die Produkte, die die Abwärtsspirale für Subaru in der Schweiz stoppen oder gar umdrehen können. Sieht die Zukunft für den japanischen Hersteller hierzulande also düster aus, obwohl die globalen Zahlen konstant wachsen? «Im laufenden Jahr werden wir nicht gut abschneiden, weil wir vom Werk ohnehin nur eine beschränkte Anzahl Fahrzeuge geliefert bekommen», gibt Bärtschi zu Bedenken. «Doch für 2020 sieht es anders aus: Da wird der neue Impreza kommen, und es sind weitere spannende Produkte in der Pipeline bis hin zum vollelektrischen Fahrzeug, das wir in Kooperation mit Toyota entwickeln».

Subaru Forester e-Boxer 4×4

Modell: SUV

Masse: Länge 4625 mm, Breite 1815 mm, Höhe 1730 mm, Radstand 2670 mm

Kofferraum: 509 bis 1779 Liter

Antrieb: 2-Liter-Boxer-Benzinmotor mit 150 PS plus E-Motor mit 12,3 kW

Fahrleistungen: Von 0 auf 100 km/h in 11,8 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit 188 km/h

Verbrauch (WLTP): 8,1 Liter auf 100 Kilometer

CO2-Ausstoss (WLTP): 185 Gramm pro Kilometer

Markteinführung: Ab Dezember

Preis: Ab 38'150 Franken

Infos:www.subaru.ch

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