«Ausländischer-Akzent-Syndrom»: Der bizarre Fall von Karen Butler
Aktualisiert

«Ausländischer-Akzent-Syndrom»Der bizarre Fall von Karen Butler

Die 56-jährige Karen Butler aus dem US-Bundesstaat Oregon war noch nie in Europa. Trotzdem spricht sie nach einer Zahnoperation plötzlich mit britischem Akzent.

von
kub

Ihr Akzent klingt britisch. Anderthalb Jahre ist es nun her, dass die 56-Jährige aus Toledo im US-Staat Oregon sich einer zahnärztlichen Operation unterziehen musste und anschliessend mit einem «ausländischen» Akzent sprach. Den hat sie nach wie vor, und je nachdem wen man fragt, klingt sie osteuropäisch, schwedisch oder eben britisch.

Im November 2009 musste sich die Steuerberaterin einer Operation unterziehen, bei der ihr mehrere Zähne entfernt und durch eine Prothese ersetzt wurden. Auch eine Woche später - die Schwellung war mittlerweile wieder zurückgegangen - klang sie noch immer seltsam. Sie wagte sich kaum, mit jemandem in ihrer Stadt zu sprechen. Dauernd wurde sie auf ihren Akzent angesprochen. «Woher kommen Sie?» «Aus Oregon.» «Aus Irland? Woher kommt dieser Akzent?» Irgendwann gab Butler auf und meinte nach solchen Fragen nur noch lakonisch, ihr Zahnarzt hätte ihr diesen Akzent geschenkt.

Butler machte sich im Internet auf die Suche nach Antworten und diagnostizierte sich selbst das «ausländischer-Akzent-Syndrom». Ein Krankheitsbild, von dem nur wenige Dutzend Fälle dokumentiert sind. Andere berühmte Fälle sind eine Engländerin, die nach einer Migräne mit chinesischem Akzent sprach und eine Norwegerin die während im 2. Weltkrieg nach einer Hirnverletzung plötzlich mit deutschem Akzent redete.

Bekannt ist bisher, dass dieses «Foreign Accent Syndrom» (FAS) nach Hirnschlägen oder Hirntraumata auftritt. (kub/dapd)

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