Bleivergiftungen bei Tieren: Der bleierne Tod
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Bleivergiftungen bei TierenDer bleierne Tod

Als bedrohte Tierart darf der Seeadler nicht gejagt werden - den bleiernen Kugeln der Jäger erliegt er aber dennoch. Er ist nicht das einzige Tier, das einen qualvollen Tod durch Bleivergiftung stirbt.

Zum Verhängnis werden den Seeadlern hauptsächlich die Organe erlegter Wildtiere, die von Jägern zurückgelassen werden, wie die netzeitung.de berichtet. Vor allem im Winter, wenn die Adler Schwierigkeiten haben, Beute zu machen, werden sie zu Aasfressern. Ausserdem würden die Seeadler Munitionsteile fressen, wenn sie angeschossene Vögel verzehren.

In Rund einem Viertel der Todesfälle ist Blei die Ursache.

Weitere Tiere sind bedroht

Auch andere Aasfresser seien gefährdet, beispielsweise der Steinadler, Mäusebussarde, Rohrweihen und Rotmilane.

Aber auch bei Schiessständen weidende Schafe leiden am bleiverseuchten Gras.

In Altdorf, Uri, will man nun reagieren. Vorläufig warnt ein Schild beim Kugelfang eines ehemaligen Schiessstandes die Spaziergänger, dass der Boden rund um den Wanderweg mit Blei verseucht ist. Bestrebungen sind im Gange, dass die Sanierung das Kugelfangen endlich angehen kann.

Generelles Verbot gefordert

Doch mit der Sanierung eines Schiessstandes ist die Gefahr natürlich noch nicht gebannt. In verschossener Munition stecke Gefahrenpotenzial, denn in saurem Milieu kann sich das Blei laut Untersuchungen aus den USA teilweise auflösen und ins Grundwasser sickern.

Und dies seien keine kleinen Mengen, denn alleine in Deutschland werden Schätzungen zufolge jährlich mehr als 120 000 Kilogramm Schrot und Büchsenmunition verschossen.

Die Jäger wehren sich

Munition ohne das Schwermetall sei nicht sicher genug, sagte der Präsident des Landesjagdverbandes Brandenburg. «Bleihaltige Geschosse drücken sich am Baum breit und verlieren so Energie. Die meisten bleifreien aber prallen ab.» Teilweise kämen die Geschosse gar im spitzen Winkel in Richtung des Schützen zurückgeflogen.

Fraglich sei auch, ob die bleifreien Geschosse ebenso sicher töteten wie die derzeit üblichen.

Mögliche Lösungen

Als eine Lösungsmöglichkeit des Problems gilt, die Organreste mitzunehmen oder zu vergraben. Wer verantwortungsvoll sei, mache das bereits. Allerdings dürfe daran gezweifelt werden, dass tatsächlich jeder Jäger mit einem Spaten in den Wald marschiere. Ausserdem würden die Wildschweine solche «Schätze» gleich wieder ausgraben.

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