Mafiamassaker: Der blutigste Valentinstag der Geschichte
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MafiamassakerDer blutigste Valentinstag der Geschichte

Mafiaboss Al Capone war scharf auf die Nordseite von Chicago. Um sein Ziel zu erreichen, organisierte er das blutigste Verbrechen der Prohibitionszeit.

von
jcg

Von 1921 bis 1933 waren in den USA die Herstellung und der Verkauf von Alkohol verboten, es herrschte die sogenannte Prohibition. Für das organisierte Verbrechen war es eine goldene Zeit, schliesslich waren die Menschen trotz Verbot nicht weniger durstig.

In Chicago machte die Prohibition aus einem dicklichen Italo-Amerikaner einen der gefürchtetsten – und reichsten – Mafiabosse aller Zeiten. Al «Scarface» Capone verdiente mit Alkoholschmuggel zu seinen besten Zeiten 60 Millionen Dollar pro Jahr, was unglaublichen 700 Millionen Dollar in heutigem Geld entspricht.

Blutiger Revierkampf

Der Gangster beherrschte in den 1920er-Jahren die Südseite Chicagos. Der Norden war hingegen in der Hand von George «Bugs» Moran. Die Bosse und ihre Gangs lieferten sich einen bitteren Kampf um die Vorherrschaft in Chicago. So zersiebten Moran und seine Spiessgesellen einmal ein Restaurant, in dem Capone zu Mittag ass, mit mehr als 1000 Kugeln.

Um die Alleinherrschaft über Chicago zu erlangen, setzte Moran, der als nicht besonders hell galt, schliesslich ein Kopfgeld von 50'000 Dollar auf Capone aus. Das war eine schlechte Idee, denn nun forderte Capone erst recht den Skalp seines Rivalen.

Inszenierte Razzia

Capone arbeitete einen teuflischen Plan aus. Dafür liess er Moran und seine Gang im Glauben, dass sie am 14. Februar 1929 in ihrem Hauptquartier eine grössere Whiskeylieferung in Empfang nehmen könnten. Das Hauptquartier war eine Garage an der Clark Street, wo am Valentinstag tatsächlich sieben Gangster auf die vermeintliche Alkohollieferung warteten.

Damit hatten sie unwissentlich ihr eigenes Todesurteil unterschrieben. Denn plötzlich betraten zwei Männer in Polizeiuniform und zwei Zivile die Garage und täuschten eine Razzia vor. Sie forderten Morans Männer auf, sich mit dem Gesicht voran an eine Wand zu stellen. Diese erkannten nicht, dass die Polizisten in Wirklichkeit Capones Männer waren, und taten, wie ihnen geheissen.

Kaum standen die Männer an der Wand, ging das Gemetzel los. Capones Männer zogen ihre Maschinenpistole und feuerten rund 90 Kugeln in ihre Rivalen. Dann machten sich die Killer in einem schwarzen Cadillac aus dem Staub, wie Augenzeugen später berichteten.

Zeuge schweigt

Als die Chicagoer Polizei am Tatort eintraf , fand sie sechs zum Teil bizarr entstellte Leichen vor. Der siebte Mann, ein Killer namens Frank Gusenberg, lag im Sterben. Die Beamten versuchten noch eine Aussage aus ihm herauszupressen, aber der Killer hielt sich an die Gangsterehre. Auf die Frage wer auf ihn geschossen hatte, antwortete er: «Keiner. Niemand hat auf mich geschossen.» Kurz darauf war er tot.

Moran selbst blieb unverletzt. Offenbar kam er zu spät und sah einen Polizeiwagen vor der Garage stehen. Ob es der falsche Wagen der Gangster war oder ein richtiger der Chicagoer Polizei ist unklar. Auf jeden Fall machte Moran rechtsumkehrt und überlebte so das Attentat.

Keine Verurteilungen

Und obwohl jedem in Chicago klar war, dass Capone hinter dem Valentinstag-Massaker stand, konnten sie ihn dafür nie drankriegen. Zum Tatzeitpunkt befand er sich übrigens praktischerweise bei einem Anwalt – in Florida. Auch Capones Killern konnte nie etwas nachgewiesen werden.

Um Moran, der alle seine Topleute verloren hatte, wurde es nach dem Valentinstag-Massaker still. Capones-Herrschaft war ebenfalls bald zu Ende. 1931 wurde er zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Nicht wegen Mordes, nicht wegen Alkoholschmuggels, sondern wegen Steuerhinterziehung.

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