16.06.2017 15:37

Naturschauspiel

Der Bosporus erstrahlt plötzlich in Türkis

In Istanbul kann zurzeit ein eindrückliches Naturschauspiel verfolgt werden. Mikroskopisch kleine Algen färben den Bosporus und Teile des Schwarzen Meers türkis.

von
jcg

Leuchtendes Türkis statt Blau: Der Bosporus im neuen Farbkleid. (Video: Tamedia/AFP)

Istanbuls Bewohner konnten in den vergangenen Tagen in der Meerenge zwischen Europa und Asien ein ganz besonderes Spektakel verfolgen. Das Wasser des Bosporus wechselte vom gewöhnlichen Blau ins Türkis. Diese ungewöhnliche Färbung geht auf eine explosionsartige Vermehrung des einzelligen Phytoplanktons Emiliania huxleyi im Schwarzen Meer zurück, wie Wissenschaftler erklärten.

«Das hat nichts mit Verschmutzung zu tun», sagte der Professor für Umweltwissenschaft Ahmet Cemal Saydam von der Hacettepe-Universität der Nachrichtenagentur Dogan. Vielmehr sei das leuchtende Türkis eine Folge der starken Vermehrung des Mikroorganismus Emiliania huxleyi, abgekürzt Ehux.

Ein Segen für die Fischer

Dabei handelt es sich um eine Alge, die weltweit in den Ozeanen vorkommt und im Ökosystem eine wichtige Rolle spielt. Diese explosionsartige Vermehrung sei keineswegs bedrohlich, sondern ein Segen, etwa für die bei den Istanbulern beliebten Sardellen.

Aktuelle Satellitenbilder der US-Weltraumagentur Nasa zeigen, dass sich neben dem Bosporus auch weite Teile des Schwarzen Meers türkis verfärbt haben. Auch die Nasa führte das Phänomen auf die Algen zurück. Ehux könne sich über riesige Gebiete erstrecken. Grund für die Verfärbung des Wassers ist, dass winzige Calcit-Scheibchen auf den Algen das Sonnenlicht reflektieren und so das Meer in milchigem Türkis erscheinen lassen.

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Statt im üblichen Blau erstrahlt der Bosporus zurzeit türkis.

Statt im üblichen Blau erstrahlt der Bosporus zurzeit türkis.

AFP/Bulent Kilic
Der Grund für das Phänomen ist eine explosive Vermehrung einer einzelligen Alge, sogenanntem Phytplankton, im Schwarzen Meer.

Der Grund für das Phänomen ist eine explosive Vermehrung einer einzelligen Alge, sogenanntem Phytplankton, im Schwarzen Meer.

AP/Lefteris Pitarakis
Diese Nasa-Aufnahme vom 29. Mai zeigt die Algenblüte im Schwarzen Meer. Sonnenschein und die vielen Nährstoffe, die Flüsse wie die Donau und der Dnjepr ins Schwarze Meer transportieren, lassen die Mikroorganismen wachsen.

Diese Nasa-Aufnahme vom 29. Mai zeigt die Algenblüte im Schwarzen Meer. Sonnenschein und die vielen Nährstoffe, die Flüsse wie die Donau und der Dnjepr ins Schwarze Meer transportieren, lassen die Mikroorganismen wachsen.

AFP/Handout

(jcg/sda)

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