Aktualisiert 06.02.2019 10:26

Risiko-Chauffeure

«Der Bund soll Flixbus zur Rede stellen»

Mehrmals wurden Flixbus-Chauffeure mit dem Handy am Steuer erwischt. Nun fordern Politiker, dass der Bund durchgreift.

von
rol

Private Telefonate führen oder SMS lesen in dichtem Verkehr, die Beine hochgelagert, die Hände am Handy statt am Steuer: Gleich mehrfach fielen Flixbus-Fahrer in den letzten Monaten negativ auf. Leser-Reporter hatten verschiedentlich fehlbare Chauffeure gefilmt und fotografiert – beispielsweise im Dezember, im Oktober und im März letzten Jahres (20 Minuten berichtete).

«Komplett verantwortungslos!» war einer der harmlosen Kommentare zu den Vorfällen. Eine Flixbus-Kundin sagte, der Fahrer habe während der Hin- und Rückfahrt dauernd an seinem Handy hantiert. «Er spielte mit unserem Leben.»

«Nicht akzeptabel»

Die fahrlässigen Manöver der Busfahrer stossen Politikern sauer auf. SP-Nationalrat Philipp Hadorn verlangt, dass jetzt das Bundesamt für Verkehr (BAV) einschreitet. «Inzwischen liegen eindeutige Beweise vor, dass Flixbus die Auflagen mehrfach verletzt hat.» In einem ersten Schritt solle das BAV das Fernbus-Unternehmen zur Rede stellen und mit dem belastenden Material konfrontieren. «Das Bundesamt muss darauf pochen, dass solche Verfehlungen künftig nicht mehr vorkommen und dass Flixbus die Auflagen einhält», so Hadorn.

Auch für SVP-Nationalrat Manfred Bühler sind diese Verletzungen des Strassenverkehrsgesetzes «nicht akzeptabel». Schliesslich gehe es um die Sicherheit der Busreisenden.

Entzug der Konzession?

Für die Kontrolle der Chauffeure sei zwar primär die Polizei zuständig, so Bühler. «Bei einer Häufung solcher Verfehlungen kann aber durchaus die Konzessionsbehörde, in diesem Fall das BAV, das Unternehmen vorladen und es auffordern, die Situation intern zu korrigieren.» Er hoffe jedoch, dass der öffentliche Druck durch die Video- und Fotoaufnahmen so gross geworden sei, dass Flixbus alles daran setze, die Chauffeure selbst entsprechend zu unterweisen.

Dem Fernbusunternehmen wegen dieser Vorfälle die Konzession für Reisen durch die Schweiz zu entziehen, ist für beide Nationalräte derzeit kein Thema. Doch Hadorn hält fest: Die einzelnen Vorkommnisse müssten genau untersucht und entsprechende Massnahmen ergriffen werden. Dazu gehöre in einem nächsten Schritt, dass das BAV auch die Unternehmenskultur von Flixbus durchleuchte: Von der Entlöhnung über die Arbeitszeit bis zu den Arbeitsbedingungen der Chauffeure. «Kurzum, es muss alles unter die Lupe genommen werden, was Auswirkungen auf die Sicherheit der Reisenden haben kann», betont Hadorn.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.