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Gastrosuisse fordert«Der Bundesrat muss für den Schaden aufkommen»

Am Mittwoch hat der Bundesrat bekanntgegeben, dass er an den bestehenden Massnahmen vorerst nichts ändern werde. Der Verband Gastrosuisse ist alles andere als erfreut und fordert Schadenersatz von der Regierung.

von
Bianca Lüthy
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Gastrosuisse-Präsident Casimir Platzer ist nicht zufrieden mit den Entscheiden des Bundesrats. 

Gastrosuisse-Präsident Casimir Platzer ist nicht zufrieden mit den Entscheiden des Bundesrats.

BZ
Der Verband fordert, Schadenersatzzahlungen. 

Der Verband fordert, Schadenersatzzahlungen.

© Susanne Keller BZ
«Wir erwarten vom Bund, dass er danach die Frage nach einer Entschädigung zu Gunsten des Gastgewerbes beantwortet.»

«Wir erwarten vom Bund, dass er danach die Frage nach einer Entschädigung zu Gunsten des Gastgewerbes beantwortet.»

BZ

Nachdem Debakel um den falschen R-Wert, wonach sich Wirte echauffierten, will der Bundesrat der Gastrobranche keine Lockerungen zusprechen. So hat er am Mittwoch bekannt gegeben, an den bestehenden Massnahmen festhalten zu wollen – und verärgert die Branche damit noch mehr.

In einer Medienmitteilung schreibt der Schweizer Gastronomie-Verband: «Gastrosuisse fordert, dass
der Bund für den Schaden aufkommt, den er im Gastgewerbe angerichtet.» Der Verband kritisiert, dass der Bundesrat es nicht für nötig empfand, vor die Medien zu treten und lediglich eine «trockene» Mitteilung veröffentlichte.

Falscher R-Wert soll Entscheid des Bundesrates beeinflusst haben

Zum Entschluss die Restaurants und Bars am 22. Dezember vollständig zu schliessen, sei es aufgrund des Reproduktionswertes (R-Wert) gekommen. Dieser war von der ETH zu hoch berechnet worden. Die Hochschule korrigierte später ihre Berechnung.

Dass der Bundesrat der Gastrobranche keine Zugeständnisse machte, enttäusche die Gastrosuisse. «Das ist haltlos und willkürlich», ärgert sich Casimir Platzer, Präsident des Verbandes und macht deutlich: «Die Krise wird ohne Grund auf dem Rücken des Gastgewerbes ausgetragen.»

Verzweifelte Gastronomen

Gastrosuisse erhalte laufend Briefe von Mitgliedern, denen das Wasser zum Hals steht oder die ihren Betrieb für immer schliessen müssen. «Der Frust und die Hoffnungslosigkeit bei vielen unserer Mitglieder ist sehr gross», sagt Platzer und betont mehr: «Die Situation im Gastgewerbe ist schlichtweg unerträglich.»

Der Verband fordert nun vom Bundesrat eine sofortige Lockerung der Anspruchsberechtigung für Härtefallgelder, damit A-fonds-perdu-Beiträge rasch ausbezahlt werden können. Bis am 5. Januar 2021 können die Kantone dem Bund Vorschläge für das weitere Vorgehen unterbreiten. «Wir erwarten vom Bund, dass er danach die Frage nach einer Entschädigung zu Gunsten des Gastgewerbes beantwortet», so Platzer.

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312 Kommentare
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Agee

01.01.2021, 00:27

Doofe Forderung... «Der Bundesrat muss für den Schaden aufkommen»... der Bundesrat muss es sicher nicht bezahlen - wenn schon wir Steuerzahler... aber das klingt ja nicht so gut

Obialf

31.12.2020, 20:01

Ich frage mich, wie wir die gemachten Schulden einmal zurückzahlen können, wenigstens hätte man den Binnenmarkt unterstützen können, statt Milliarden in die Swiss beziehungsweise Lufthansa zu verpulvern.

Peter.48

31.12.2020, 19:34

Die Gastronomen argumentieren nicht mit den Nutzen des Gastgewerbe für die Bevölkerung und das Land, nämlich Relais für Chauffeure, Handwerker, Reisende, Toiletten, Aufwärmen im Winter, Pausen der Arbeiter und Chauffeure und Familien, Alleinstehende. Das Lohn- und Mietgejammer hingegen bringt nichts.