Vorgesehene Lockerungen - «Der Bundesrat schikaniert die Bevölkerung weiter»
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Vorgesehene Lockerungen«Der Bundesrat schikaniert die Bevölkerung weiter»

Die Regierung drückt bei den Corona-Lockerungen aufs Tempo. Der SVP geht es trotzdem noch zu langsam, die SP ist erleichtert.

von
Bettina Zanni
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«Den nächsten Lockerungsschritt hätte man ab sofort umsetzen sollen», sagt Aeschi.

«Den nächsten Lockerungsschritt hätte man ab sofort umsetzen sollen», sagt Aeschi.

Screenshot/aeschi.com
Sinken die Fallzahlen, oder bleiben sie stabil, können Restaurants die Innenräume Ende Mai wieder öffnen.

Sinken die Fallzahlen, oder bleiben sie stabil, können Restaurants die Innenräume Ende Mai wieder öffnen.

20min/Michael Scherrer
Sofern Betriebe wiederholt testen, fällt die Homeoffice-Pflicht und wird in eine Empfehlung umgewandelt.

Sofern Betriebe wiederholt testen, fällt die Homeoffice-Pflicht und wird in eine Empfehlung umgewandelt.

20min/Michael Scherrer

Darum gehts

  • Bald sollen Restaurants die Innenräume wieder öffnen können.

  • Auch gibt es Lockerungen bei der Homeoffice-Pflicht.

  • «Es darf nicht so weit kommen, dass wir zu schnell öffnen und kurz vor der Durchimpfung alles verspielen», sagt Grünen Nationalrätin Katharina Prelicz-Huber.

  • SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi findet dagegen: «Den nächsten Lockerungsschritt hätte man ab sofort umsetzen sollen.»

Beizer können aufatmen: Sinken die Fallzahlen oder bleiben sie stabil, können Restaurants die Innenräume Ende Mai wieder öffnen. Auch Mitarbeitenden, die das Homeoffice satt haben, machte der Bundesrat am Mittwoch grosse Hoffnungen. Sofern Betriebe wiederholt testen, fällt die Homeoffice-Pflicht und wird in eine Empfehlung umgewandelt. Lockerungen in Aussicht stellte der Bundesrat auch für Hochschulen, Veranstalter und den Sport. Entschieden wird am 26. Mai.

Bei linken Politikern kommt der geplante Öffnungsschritt positiv an. «Bis jetzt befinden wir uns im guten Szenario», sagt Grünen-Nationalrätin Katharina Prelicz-Huber. Nicht nur würden die Fallzahlen sinken. «Auch sieht es so aus, dass bis im Sommer alle, die wollen, durchgeimpft sind.» Dennoch sei weiterhin Vorsicht geboten. «Es darf nicht so weit kommen, dass wir zu schnell öffnen und kurz vor der Durchimpfung alles verspielen.»

Auch die SP ist zuversichtlich gestimmt. «Wir sind erleichtert, dass sich die epidemiologische Lage zurzeit stabilisiert und sogar verbessert», wird SP-Co-Präsidentin Mattea Meyer in einer Medienmitteilung zitiert. Ab wann nächste Öffnungsschritte in Innenräumen möglich seien, sei davon abhängig zu machen, ob die Fallzahlen weiter sinken und die Impfkampagne voranschreite.

«Man hätte sofort lockern sollen»

Weiterhin auf das Gaspedal drücken hingegen die Bürgerlichen. «Den nächsten Lockerungsschritt hätte man ab sofort umsetzen sollen», sagt SVP-Fraktionspräsident Thomas Aeschi. Es sei unverständlich, dass der Bundesrat noch drei Wochen zuwarten wolle. «Die pessimistischen Szenarien der Taskforce trafen nicht ein und zudem sind immer mehr Menschen geimpft.» Stattdessen schikaniere der Bundesrat die Bevölkerung weiter mit viel Bürokratie. «Nun müssen Geimpfte Abstand halten, Maske tragen und sich im Büro auch noch testen lassen – das ist übertrieben.»

Auch der FDP geht es nicht schnell genug vorwärts. «Warum so lange warten, wenn sich die epidemiologische Lage so positiv entwickelt?», schreibt die Partei in einer Medienmitteilung. Jeder Tag länger warten, schade insbesondere der Gastronomie. Sie fordert: «Sobald die Risikogruppen die Möglichkeit zur Impfung hatten, müssen weitere Lockerungen für Genesene, Geimpfte und Getestete ins Auge gefasst werden.»

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