Aktualisiert 18.09.2014 09:01

Stadtwildtiere

Der Dachs ist in Zürich auf dem Vormarsch

Bis zu 250 Dachse leben in Zürich - das zeigen Aufnahmen von Fotofallen. Obwohl die Tiere schüchtern sind, bergen ihre kulinarischen Vorlieben Konfliktpotenzial mit Menschen.

von
wed

In der Stadt Zürich sind die Wildtiere los. Seit rund einem Jahr können Anwohner Beobachtungen von wilden Tieren via Stadtwildtiere.ch melden. Zudem hat der Verein StadtNatur 23 Fotofallen im ganzen Stadtgebiet platziert. Erstaunliche Erkenntnis: In Zürich leben viele Dachse. Laut aktuellen Schätzungen können es bis zu 250 sein. 45 Dachsbeobachtungen wurden zudem online gemeldet, unter anderem sogar beim Bürkliplatz oder dem Friedhof Sihlfeld.

Die Wildtierbiologin Sandra Gloor hat eine Vermutung für den Zuwachs: «Während der Tollwutzeit ist der Dachs durch Vergasungen von Wildtierbauten deutlich dezimiert worden - nun hat sich die Population wohl erholt.» Trotz seiner Grösse von bis zu 90 Zentimetern und seiner starken Krallen muss sich die städtische Bevölkerung aber nicht fürchten. «Im Gegensatz zum Fuchs ist der Dachs deutlich scheuer und auch nicht der grosse Jäger», so Gloor.

Man kriegt Dachse selten zu Gesicht

Das Tier ernähre sich hauptsächlich von Insekten, Fallobst und besonders gerne von Regenwürmern. Diese Vorliebe birgt auch gleichzeitig das einzige Konfliktpotenzial mit dem Menschen: «Sie graben mit ihren kräftigen Krallen auf Grünflächen gern nach Würmern und Engerlingen», sagt Gloor. Dies könne zu Erdlöchern führen, beispielsweise in Badis, auf Friedhöfen oder in nicht eingezäunten Privatgärten.

Die Wahrscheinlichkeit, einen Dachs bei einem Stadtspaziergang zu sehen, ist laut Gloor aber sehr gering: «Sie sind meistens nur nachtaktiv und weichen den Menschen aus.» Ihre Bauten graben sie deshalb auch eher in den ruhigen Quartieren am Stadtrand.

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