Aktualisiert 28.03.2012 14:31

Facebook-GameDer «Data-Dealer» will jedes dreckige Detail

«Legal, illegal, scheissegal!», lautet das Motto des Facebook-Spiels «Data Dealer». Darin wird man zum skrupellosen Datenhändler - und erfährt nebenbei einiges über dieses schmutzige Geschäft.

von
dsc

Aus Wien kommt der Jus-Student Max Schrems, der mit seinen Datenschutz-Klagen das weltgrösste soziale Netzwerk gehörig ins Schwitzen bringt. Aus Wien kommt aber auch ein Facebook-Spiel, das den Umgang mit sensiblen Daten aus einer anderen Perspektive zeigt.

In «Data Dealer» wechselt der Spieler die Seiten und schlüpft in die Rolle eines skrupellosen Datenhändlers. Wer geschickt vorgeht und möglichst viele persönliche Informationen von Freunden, Nachbarn, Bekannten und dem Rest der Welt ergattert, wird reich. Oder wie im Spielbeschrieb steht: «Jedes dreckige Detail zählt».

Spielbare Demo-Version

Im Spiel bedient man sich legaler wie dubioser Quellen, beschafft brisante Informationen auf dem Schwarzmarkt, betreibt Gewinnspiele und Telefonumfragen, Internet-Partnerbörsen, Online-Psychotests und sogar ein eigenes Social Web. Dafür winkt der Aufstieg vom Hinterzimmer-Dealer zum mächtigen Daten-Mogul: Mark Zuckberg lässt grüssen.

Neben dem bei YouTube veröffentlichten Video-Trailer gibt es auf www.datadealer.net eine spielbare Demo-Version. Das Spielprinzip haben die Entwickler von populären Facebook-Hits wie Mafia Wars oder Farmville übernommen. Zielgruppe für das Spiel sind gleichermassen Jugendliche wie auch Erwachsene.

Auf Unterstützung angewiesen

Das Facebook-Spiel kommt aus der Wiener Netzkulturszene. Die Entwicklungszeit betrug ein Jahr - trotz kleinem Budget ist das Resultat ein professionell wirkendes Game. Im Gegensatz zu herkömmlichen Facebook-Spielen funktioniert «Data Dealer» ohne Flash-Plugin und setzt auf die neuen Web-Technologien HTML 5 und SVG (Scalable Vector Graphics).

Das Spiel hat keinen kommerziellen Hintergrund und soll in den nächsten Monaten kontinuierlich weiterentwickelt werden. Ein offizieller Starttermin wird von den Entwicklern nicht genannt. Die Facebook-Seite ist reserviert.

Durch das kleine Budget könne man nicht mit milliardenschweren Spiele-Firmen wie Zynga konkurrieren und sei daher auf die Unterstützung interessierter Internet-Nutzer angewiesen. Die Entwickler hoffen auf Mundpropaganda und die rasante Verbreitung via Facebook und Co.

Ernster Hintergrund

Auf der Entwickler-Website ist eine umfangreiche Beschreibung des Projekts zu finden. Die Initianten äussern sich detailliert zu ihren Beweggründen. Mit «Data Dealer» wolle man Antworten auf wichtige Datenschutz-Fragen vermitteln. Dies solle eher beiläufig, ohne erhobenen Zeigefinger geschehen.

«Ob Kundenkarten, Smartphones oder Internet – überall hinterlassen die Nutzer ihre digitalen Alltags-Spuren und wissen oft viel zu wenig, was mit ihren Daten eigentlich geschieht», heisst es in der Medienmitteilung. So bringt der Verkauf der gesammelten Daten dem Spieler gutes Geld, dabei steht aber nicht nur die Werbe-Industrie Schlange. Banken, Versicherungen und Konzerne zählen zu den Stammkunden, wie auch Online-Versandhäuser und Personalabteilungen von grossen Unternehmen.

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