Belinda Bencic: «Der Davis-Cup-Sieg ist eine Inspiration»
Publiziert

Belinda Bencic«Der Davis-Cup-Sieg ist eine Inspiration»

Noch steht Belinda Bencic im Schatten von Federer und Wawrinka. Die 17-Jährige besuchte am Montag ihre frühere Schule und erzählte von ihrem Leben als Tennis-Star.

von
sco

Wobei die Ostschweizerin das Wort «Star» meidet. «Ich weiss nicht, ob ich berühmt bin», beantwortet sie eine Frage der Sekundar-Schüler der Schule Riedmatt in Wollerau. «Ich habe hart gearbeitet, um auf dem Platz meine Leistung abzurufen.»

Bencic als Aushängeschild

In Wollerau schloss Belinda Bencic ihre obligatorische Schulzeit ab. Obwohl eine öffentliche Schule, bietet die Schule Riedmatt individualisierte Angebote für sportliche und musische Talente an. Belinda Bencic ist das Aushängeschild, aktuell drücken sechs junge Sportler aus Bereichen von Fussball bis Schach die Schulbank mit Blick auf den Zürichsee. «Die Schüler sind zwar in Regelklassen integriert», erklärt Bezirksschulpräsident Stefan Bättig, «aber sie haben einen individuell angepassten Stundenplan und werden für Trainingslager und Wettkämpfe dispensiert.» Schülerinnen wie Belinda Bencic profitierten von dieser Lösung, aber auch deren Klassenkameraden, so Bättig: «Für sie ist es sehr motivierend zu sehen, was möglich ist in Schule und Sport.»

«Sensationelle Leistungen»

Waren Sie eine gute Schülerin?, ist eine der Fragen, die aus der Klasse an Belinda Bencic gestellt werden. «Ich habe mir Mühe gegeben», lautet die vorsichtige Antwort, die von Lerncoach Martin Pünter ergänzt wird: «Für die wenige Zeit, die du da warst, hast du sensationelle Leistungen erbracht!»

Eine gute Schülerin ist Vergangenheit, eine vielversprechende Tennisspielerin ist die Gegenwart. Mit ihrem Viertelfinal an den US Open katapulierte sich Belinda Bencic bis auf Platz 32 im WTA-Ranking. Und was ist die Zukunft? Da will sich die 17-Jährige nicht auf die Äste hinaus wagen: «Ziel ist, im nächsten Spiel alles zu geben, mich zu verbessern und im Ranking zu steigen.» Noch steht sie im Schatten der beiden Tennis-Titanen Roger Federer und Stan Wawrinka. Das entscheidende Einzel von Federer gegen Richard Gasquet im Finale des Davis Cup am Sonntagnachmittag hat sie am TV verfolgt, «und Daumen gedrückt. Das ist ein Mega-Erfolg fürs Schweizer Tennis».

Ansporn für den Fed Cup

Als Nummer 32 der Welt ist Belinda Bencic bereits die Nummer 1 im Schweizer Fed-Cup-Team, das im Februar in Helsingborg auf Schweden trifft. «Der Schweizer Sieg im Davis Cup ist ein unglaublicher Ansporn und eine Inspiration für uns», sagt die beste Schweizer Tennisspielerin und dann gibt's noch Geschenke für die Schülerinnen und Schüler und ihre Lehrpersonen.

Nützliches für die Schüler: Farbstifte von «Caran d'Ache», die sie geduldig signiert. Etwas weniger nützliches, aber sehr exklusives für die Lehrer und den Rektor: Tennis-Röckli aus ihrer Kleiderkollektion…

Deine Meinung