Standarddeutsch: Der Dialekt ist am verstummen
Aktualisiert

StandarddeutschDer Dialekt ist am verstummen

Kindsgi-Lehrer freunden sich immer mehr mit dem Standarddeutsch an, so eine neue Studie: Aus jedem fünften Kindsgi ist der Dialekt schon fast komplett verschwunden.

von
Anna Luethi
Auch im Kindergarten Hirzbrunnen in Basel ist der Dialekt am Verschwinden. (keystone)

Auch im Kindergarten Hirzbrunnen in Basel ist der Dialekt am Verschwinden. (keystone)

Die Znünipause gibts nicht mehr, das Kindsgidäschli auch nicht: In den Basler Kindergärten ist der Dialekt am Verstummen. Seit August gilt die Sprachregelung «Standarddeutsch und Dialekt» – mindestens die Hälfte des Unterrichts erfolgt seither auf Hochdeutsch. «Die Lehrpersonen sind positiver eingestellt als früher», sagt Studienverfasserin Rahel Sacco. Sie hatte bereits letztes Jahr eine Studie verfasst – die Zahl der positiv gestimmten Lehrer nahm von 30 auf 40 Prozent zu. Die Regelung werde sehr unterschiedlich umgesetzt: In je 15 Prozent der 131 Basler Kindergärten gibt es Blockunterricht über mehrere Wochen oder tageweise Wechsel, in 19% nur Standarddeutsch.

«Es herrscht ein heilloses Durcheinander, die Rolle des Dialekts wurde nicht ­reflektiert», sagt Jost Müller, Co-Präsident der IG Dialekt. Die Resultate seien wohl absichtlich nun publiziert worden: Am 15. Mai wird über die Dialekt-Initiative abgestimmt. «Da kommt eine scheinbar positive Evaluation sicher im rechten Moment», so Müller.

«Dass die Evaluation nun publiziert wurde, hat keinen Bezug zur Abstimmung, sondern erfolgt im Rahmen des anfänglich festgelegten Zeitplans», kontert Crispin ­Hugenschmid, Sprecher des Erziehungsdepartements.

Zu den Resultaten könne er lediglich sagen, dass die steigende Zustimmung «erfreulich» sei.

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