25.08.2020 04:53

Schwinger beteuert Unschuld«Der Dopingfall beschäftigt mich jeden Tag – seit zwei Jahren»

Martin Grab versichert in einem Interview auch zwei Jahre nach seinem positiven Dopingtest, dass er unschuldig sei. Auch kritisiert er Antidoping Schweiz.

von
Nils Hänggi
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Martin Grab, ehemaliger Schwinger, sagt noch heute: «Ich bin unschuldig.»

Martin Grab, ehemaliger Schwinger, sagt noch heute: «Ich bin unschuldig.»

Foto: Thomas Hodel (Keystone)
Bei Grab war 2018 bei einem Dopingtest Tamoxifen nachgewiesen worden.  Im Zusammenhang mit Anabolika-Kuren kann es deren Nebenwirkungen reduzieren.

Bei Grab war 2018 bei einem Dopingtest Tamoxifen nachgewiesen worden. Im Zusammenhang mit Anabolika-Kuren kann es deren Nebenwirkungen reduzieren.

Foto: Thomas Hodel (Keystone)
Grab kritisiert Antidoping Schweiz, «Die Organisation hat sehr unprofessionell gearbeitet. Es ging viel zu lange, bis das Ergebnis da war, als hätten schon zu Beginn Zweifel bestanden», sagt er. 

Grab kritisiert Antidoping Schweiz, «Die Organisation hat sehr unprofessionell gearbeitet. Es ging viel zu lange, bis das Ergebnis da war, als hätten schon zu Beginn Zweifel bestanden», sagt er.

Foto: Thomas Hodel (Keystone)

Darum gehts

  • Martin Grab wurde 2019 für zwei Jahre wegen Doping gesperrt.
  • Grab beteuerte stets seine Unschuld.
  • Das macht er auch im Gespräch mit der Tamedia-Redaktion.

Schwinger Martin Grab ist der ungekrönte Ausnahmekönner. Nur dem Schwyzer ist es gelungen, alle sechs Bergfeste für sich zu entscheiden. Auch triumphierte er mit dem Expo- (2002) und dem Unspunnen-Schwinget (2006) an zwei Anlässen mit eidgenössischem Charakter. Den Königstitel hat er nie gewonnen, 2010 in Frauenfeld unterlag er im Schlussgang Kilian Wenger.

Dann kam eine Zeit, in der er nicht erfolgreich war. Erst 2018 fand er wieder in die Erfolgsspur zurück. Zum Auftakt der Saison 2018 reihte Grab am Zuger Kantonalen sechs Siege aneinander. Zwei Wochen nach diesem Comeback hörte er wegen chronischer Hüftbeschwerden auf.

Alles gut also? Nein. Bei Grab war bei einem Dopingtest Tamoxifen nachgewiesen worden. Im Zusammenhang mit Anabolika-Kuren kann es deren Nebenwirkungen reduzieren und steht daher auf der Liste der verbotenen Substanzen im Sport. Die Folge: Grab wurde 2019 für zwei Jahre gesperrt.

Er selbst bestritt, wissentlich und willentlich gedopt zu haben. Und das macht er auch heute noch. Im Gespräch mit den Tamedia-Zeitungen spricht er nun über sein Leben als verurteilter Doper und kritisiert die Organisation Antidoping Schweiz (mit Bezahlschranke).

Martin Grab zu seinem Leben als verurteilter Doper

«Ich stehe auf der Stufe der überführten Spitzenvelofahrer. Aber ganz ehrlich: Ich habe auch so gedacht. Hörte ich von einem Dopingfall und den Erklärungen, war ich meistens sicher: Ausreden, Quatsch! Bitter ist, dass die Meinungen gemacht sind. Daran würde nicht einmal mehr etwas ändern, sollte ich doch noch alles beweisen können. Der Dopingfall beschäftigt mich jeden Tag – seit über zwei Jahren.»

Grab dazu, wie er damit umging und heute umgeht

«Mir wurde psychologische Hilfe angeboten, doch ich lehnte ab. Gleichzeitig realisierte ich, was die Geschichte auslösen könnte. Die ganze Schweiz urteilte über mich. Keiner hat so viele Bergfeste gewonnen wie ich, das sage ich mir immer wieder. Aber klar, andere denken: Der war immer geladen. Dieser Schatten liegt über mir. Doch ich weiss: Ich habe nichts Unrechtes getan.»

Grab zur Organisation Antidoping Schweiz

«Diese hat sehr unprofessionell gearbeitet. Es ging viel zu lange, bis das Ergebnis da war, als hätten schon zu Beginn Zweifel bestanden. Bei der Öffnung der B-Probe war ein Mitarbeiter dabei, der das zum ersten Mal machte – er konnte viele Fragen nicht beantworten. Zuvor hatte ein ehemaliger Kontrolleur das Ergebnis in Umlauf und damit indirekt an die Öffentlichkeit gebracht. Man hat das herausgefunden, im Vernehmungsprotokoll aber wurde nichts festgehalten. Ich hätte diesen Mann anzeigen sollen. Und als ich meine Tabletten und Nahrungsergänzungsmittel mitbrachte, hiess es, eine Analyse sei sinnlos. Später wurde dieses Unterlassen gegen mich verwendet.»

Das gesamte Interview ist hier zu lesen (kostenpflichtig). Der 41-Jährige kritisiert im Gespräch auch den Schwingerverband, redet darüber, ob ihm jemand die Substanz untergejubelt haben könnte und wie die anderen Schwinger auf seine Sperre reagierten.

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3 Kommentare
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Herr Breütigäm

25.08.2020, 08:10

nimmt er Red Bull !?

Tom Roth

25.08.2020, 08:07

Herr Grab war ist und bleibt ein excellenter Schwinger der zu den Top Athleten der Schweiz gehört. Dieser hat wie aufgeführt Zahlreiche Schwingfeste gewonnen und den Sport auch lange Zeit dominiert. Weiter hat Herr Grab auf Beruflich etwas auf die Beine gestellt und war auch hier erfolgreich, was hier wohl die Kritiker auf keine Weise erbracht hätten.

Andu

25.08.2020, 08:02

Doping ist und bleibt Doping...die wenigsten stehen dazu.