Verwechslungsgefahr: Der doppelte Walter Wobmann

Aktualisiert

VerwechslungsgefahrDer doppelte Walter Wobmann

Walter Wobmann will für die Schweizer Demokraten in den Zürcher Stadtrat. Dank seines bekannten Namensvetters aus der SVP könnte er ein paar Stimmen mehr machen.

von
D. Waldmeier

Der eine Walter Wobmann ist ein bekanntes Gesicht in der Schweizer Politik: Der 56-Jährige ist SVP-Nationalrat, Vater der Minarett-Initiative und er hat kürzlich die Preiserhöhung der Autobahn-Vignette an der Urne fast im Alleingang gebodigt. Der andere Walter Wobmann bombardiert derzeit die Zürcher Haushalte mit Flyern: Der 53-jährige Hauswartsangestellte möchte für die Schweizer Demokraten (SD) in den Zürcher Stadtrat einziehen.

«Es gibt nur zwei Walter Wobmanns in der Schweiz und beide sind politisch engagiert. Das ist schon kurios», sagt der Solothurner SVP-Mann. Er bekomme immer wieder E-Mails, die für seinen Namensvetter bestimmt seien. Doch haben die Namenszwillinge auch in der Politik etwas gemeinsam? Es gebe sicher Berührungspunkte, etwa in der Ausländerpolitik, meint der SVP-Wobmann. Insgesamt sei die SD aber «schon eine andere Welt».

Dies bestätigt der SD-Stadtratskandidat: «Bei der Minarett-Initiative marschierten wir zwar Seite an Seite. Sonst sind wir aber sozialer als die SVP.» Zum Glück seien sie wenigstens in verschiedenen Kantonen aktiv. «Sonst wäre die Verwirrung komplett.»

«Vielleicht macht er ein paar Stimmen mehr»

Dennoch möchten sich die Namensvettern nun kennenlernen und austauschen: «Er hat mir ein Mail geschrieben und ein Treffen vorgeschlagen», erzählt der bekanntere der beiden Wobmanns. Wegen des Abstimmungskampfes sei es aber noch nicht dazu gekommen.

Ob der SD-Hauswart bei den Stadtratswahlen von der Bekanntheit seines SVP-Namensvetters profitieren wird, ist offen: «Es ist schwierig zu sagen, ob die Leute das unterscheiden können. Vielleicht macht er dank des Namens ein paar Stimmen mehr», sagt SVP-Wobmann. Und der andere Wobmann meint: «Optisch sehen wir uns nicht sehr ähnlich. Politisch Interessierte können zudem gut zwischen der SVP und der SD unterscheiden.»

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