166 Tote: Der Drahtzieher der Mumbai-Anschläge ist frei
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166 ToteDer Drahtzieher der Mumbai-Anschläge ist frei

2008 töteten 10 Angreifer in Mumbai 166 Menschen. Nun wurde in Pakistan der mutmassliche Drahtzieher der Anschläge freigelassen. Die indische Regierung ist empört.

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Am 19. Dezember 2014 hat ein pakistanisches Gericht den mutmasslichen Drahtzieher der Anschläge 2008 im indischen Mumbai auf Kaution freigelassen. Der Anwalt von Zaki-ur-Rehman Lakhvi (Bild) bestätigte die Freilassung.

Am 19. Dezember 2014 hat ein pakistanisches Gericht den mutmasslichen Drahtzieher der Anschläge 2008 im indischen Mumbai auf Kaution freigelassen. Der Anwalt von Zaki-ur-Rehman Lakhvi (Bild) bestätigte die Freilassung.

Keystone/AP/Roshan Mughal
Die Freilassung sorgte in Indien zu Protesten.

Die Freilassung sorgte in Indien zu Protesten.

Keystone/Money Sharma
Die Hindus verbrannten Bilder des pakistanischen Premierministers Nawaz Sharif.

Die Hindus verbrannten Bilder des pakistanischen Premierministers Nawaz Sharif.

Keystone/AP/Altaf Qadri

Ein pakistanisches Gericht hat den mutmasslichen Drahtzieher der Anschläge 2008 im indischen Mumbai auf Kaution freigelassen. Der Anwalt von Zaki-ur-Rehman Lakhvi bestätigte die Freilassung am Donnerstag in Pakistans Hauptstadt Islamabad.

«Wir haben beim Anti-Terror-Gericht in Islamabad am 10. Dezember einen Kautionsantrag eingereicht», sagte Lakhvis Anwalt Rizwan Abbasi der Nachrichtenagentur AFP. Nach Anhörung beider Seiten habe der Richter dem Antrag schliesslich stattgegeben. Auch Staatsanwalt Mohammad Chaudhry Azhar bestätigte die Entscheidung des Gerichts.

Bei der Anschlagserie, hinter der die verbotene pakistanische Gruppe Lashkar-e-Taiba (LeT) vermutet wird, kamen damals in der indischen Metropole 166 Menschen ums Leben. Pakistan hatte fünf Verdächtige der Anschläge für mehr als fünf Jahre in Haft gehalten.

Beziehungen angespannt

Das schleppend laufende Verfahren gegen die mutmasslichen Hintermänner des Anschlags hatte die wegen des Kaschmir-Konfliktes traditionell angespannten Beziehungen zum Nachbarstaat Indien zusätzlich belastet.

Nach der Kautionsentscheidung droht eine weitere Verschlechterung des Verhältnisses der Atommächte. Der indische Innenminister Rajnath Singh nannte die Gerichtsentscheidung «sehr bedauerlich». Indien habe «ausreichend Beweise» gegen Lakhvi geliefert. «Wir erwarten von der pakistanischen Regierung, dass sie frühestmöglich in Berufung geht.»

60-Stunden-Angriff

Bei den Anschlägen in Mumbai hatten im November 2008 zehn Angreifer mit Maschinengewehren und Handgranaten bewaffnet in über 60 Stunden mehrere Luxushotels, Cafés, einen Bahnhof und ein jüdisches Gemeindezentrum verwüstet.

Die Angreifer töteten insgesamt 166 Menschen, neun der Attentäter wurden bei der Attacke selbst getötet. Der Überlebende, Mohammed Ajmal Kasab aus Pakistan, wurde 2012 in Indien gehängt, nachdem er für sich selbst die Todesstrafe gefordert hatte.

Pakistans Behörden beschuldigt

Indien beschuldigte die LeT, hinter den Anschlägen zu stehen und verdächtigte «offizielle Behörden» in Pakistan der Mithilfe. Pakistans Regierung bestritt jede Verwicklung in den Angriff, lässt jedoch LeT-Gründer Hafiz Saeed bis heute vor grossem Publikum und im Fernsehen sprechen.

US-Geheimdienstinformationen zufolge hatte Pakistans Geheimdienst die ursprünglich für ein rein pakistanisches Kaschmir kämpfende LeT darin unterstützt, Geld zu sammeln und ihre Kämpfer zu trainieren. Auf wachsenden Druck der USA hin hatte Pakistan schliesslich 16 Verdächtige festgenommen, von denen fünf später der Prozess gemacht wurde. (sda)

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