Aktualisiert 24.07.2011 20:31

Lockstoff für MoskitosDer Duft von Käsefüssen - unwiderstehlich!

Ausgerechnet die Ausdünstung getragener Socken soll Malaria-Mücken in Scharen in die Falle locken. Vom Einsatz des stinkenden Köders versprechen sich Forscher eine Eindämmung der Krankheit.

von
rre

Während der Gestank von Käsefüssen die meisten Menschen mit funktionierenden Geruchsrezeptoren an Flucht denken lässt, verursacht er bei Moskitos das genaue Gegenteil. Magisch fühlen sich die Insekten vom beissenden Gestank zersetzten Fussschweisses angezogen, eine Vorliebe, die sich Forscher aus Tansania jetzt zunutze machten: Sie legten Fallen aus, die mit dem auf Menschen abstossend wirkenden Geruch präpariert wurden. Er soll für die Stechmücken bis zu viermal anziehender sein als der eines «echten» Menschen. Sitzt der Blutsauger erst einmal in der Falle, wird ihm mit Hilfe von Insektiziden der Garaus gemacht.

Da Moskitos die gefährliche Plasmodien-Erkrankung Malaria übertragen, hoffen die Forscher, durch den Einsatz der Fallen die Zahl der Infektionen deutlich reduzieren zu können.

Auf die Idee, Fussgeruch als Lockstoff einzusetzen, kamen Wissenschaftler, nachdem sie eine auffallende Anziehungskraft stinkender Socken auf Moskitos beobachtet hatten. Für erste Analysen baten sie Freiwillige, Socken zu spenden, die zuvor mindestens zehn Stunden getragen worden waren. Die Fusskleider wurden dann in Boxen als Köder ausgelegt. In der Box wurden ausserdem mit Insektiziden behandelte Stoffe ausgehängt, um die Insekten zu töten.

Fredros Okumu leitete das Forschungsprojekt, das von der Bill and Melinda Gates Foundation finanziert wurde. «Zwischen 74 und 95 Prozent aller Moskitos, die auf ihrer Suche nach menschlichem Blut eingefangen wurden, konnten auf diese Weise vernichtet werden», wird Okumu von der Online-Ausgabe des britischen «Telegraph» zitiert.

Damit in Tanzania nicht der Socken-Notstand ausbricht, wollen die Forscher eine synthetische Version des Lockstoffs herstellen. Die Menschen in von Malaria betroffenen Gebieten werden es ihnen danken: Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO erleiden weltweit jährlich rund 250 Millionen Menschen eine Malaria-Infektion. Fast 800 000 - darunter mehrheitlich Kinder und schwangere Frauen - sterben an den Folgen der Erkrankung.

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