Aktualisiert 10.10.2005 15:37

Der Durchschnittsschweizer existiert nicht

Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es den Durchschnittsschweizer nicht, stellt eine in der Zeitschrift «Science» veröffentlichte Studie fest.

Untersucht wurden 49 Kulturkreise.

Stereotype Bilder könnten zwar Informationen über eine nationale Kultur enthalten, teilte die Universität Lausanne am Montag mit. Doch sie könnten Individuen aus einem bestimmten kulturellen Raum oder einem Land nicht beschreiben.

Lanciert wurde die Studie von Forschern des «National Institute of Aging» in Baltimore (USA). Wissenschafter aus 49 Kulturkreisen arbeiteten mit, darunter das Team von Jérôme Rossier vom Institut für Psychologie an der Universität Lausanne.

Wesenszüge

Zunächst wurden Personengruppen aus allen 49 Kulturräumen untersucht. Ziel war, abzuschätzen, welche durchschnittlichen Wesenszüge bei diesen Menschen wie stark in Erscheinung treten. Danach wurden 3989 Personen aufgefordert, einen typischen Angehörigen ihres eigenen Kulturkreises zu beschreiben.

Diese Beschreibungen wurden danach mit dem Durschnitt verglichen - und es konnte keinerlei Beziehung zwischen den beiden Werten hergestellt werden. Die Schweizerinnen und Schweizer zum Beispiel schätzten sich als besonders gewissenhaft ein, aber gegenüber Neuem wenig offen.

Im Durchschnitt aber erschienen sie zwar leicht gewissenhafter, aber auch offener als der Durchschnitt aller 49 Kulturen. Die Studie schliesst daraus, dass stereotype Bilder offensichtlich einer wissenschaftlichen Grundlage entbehren, aber viele Menschen solche Vorstellungen teilen. (sda)

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