Aktualisiert 22.11.2011 11:10

RivellaDer Durst ist nicht mehr gelb

Trotz veränderter Rezeptur und teurer Kampagne gelang es Rivella nicht, die Schweizer vom Geschmack ihres Getränks mit Soja-Aroma zu überzeugen. Rivella Gelb verschwindet.

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sda/sas
Anders als die Schweizer scheinen die Luxemburger Rivella Gelb zu mögen.

Anders als die Schweizer scheinen die Luxemburger Rivella Gelb zu mögen.

«Welche Farbe hat Dein Durst?», lautete einst Rivellas Werbeslogan. Klar ist: Gelb ist er nicht. Das Rivella-Getränk mit Soja-Aroma wird 2012 aus den Schweizer Läden verschwinden. Auch eine neue Rezeptur vor zwei Jahren hat die Umsätze des gelben Durstlöschers nicht in die gewünschte Höhe getrieben. «Leider blieb der erhoffte Erfolg bis heute aus», sagte Rivella- Chef Erland Brügger in der Zeitung «Der Sonntag».

Rivella Gelb verschwindet allerdings nicht gänzlich von der Bildfläche. Für die Märkte Luxemburg und Frankreich wird das Getränk weiterhin (in der Schweiz) produziert. In Luxemburg etwa sei es nach Rivella Rot das beliebteste Rivella-Getränk, so Brügger.

Das Schweizer Familienunternehmen hatte das sojahaltige Rivella Gelb im Sommer 2008 lanciert. Es sollte die bereits aus Rivella Rot, Blau und Grün bestehende Produktepalette ergänzen. Als Erstes hatte dann jedoch der Detailhändler Coop auf die unter den Erwartungen liegenden Absätze reagiert und das Produkt 2010 aus den Regalen genommen.

Rivella-Spot 1978

Dank Mittermeier? In Deutschland läufts rund

Während das Geschäft mit Rivella in der Schweiz harzt (2010 gingen die Verkäufe um 2,4 Prozent zurück), läuft Rivellas Geschäft in Deutschland prächtig. Im letzten Jahr schossen die Rivella-Verkäufe um 60 Prozent in die Höhe.

2010 war Rivilla in den Städten München und Stuttgart gestartet, seit 2011 ist nun auch Hamburg im Visier. Rivellas Coup: Dem Schweizer Getränkehersteller gelang es den Kult-Komiker Mittermeier für eine Werbekampagne eingespannt – seine erste überhaupt.

Erfolgreichstes Auslandjahr

Was Rivella für die Ausstrahlung der Mittermeier-Spots ausgibt, behält der Getränkehersteller für sich. Experten rechnen mit einem zweistelligen Millionenbetrag. Laut dem deutschen Einzelhandelsexperten Dietmar Fuleda braucht es für eine flächendeckende Verbreitung Rivellas in Deutschland nicht nur viel Geld, sondern auch die entsprechende Kampagne: «Es muss klar sein, an welche Zielgruppe sich das Produkt richtet», so Fuleda. Ansonsten verpuffe die Werbung fast wirkungslos.

2010 war Rivella im Ausland so erfolgreich wie noch nie. Die Rothrister verkauften exakt 19,5 Millionen Liter ihres Getränks, was einem Plus von fast 10 Prozent entspricht.

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