Mexiko: Der echte Held von Drogenboss Quinteros Verhaftung ist Spürhund Max

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MexikoDer echte Held von Drogenboss Quinteros Verhaftung ist Spürhund Max

Der mexikanische Kartell-Boss Rafael Caro Quintero stand über Jahre auf der FBI-Liste der meistgesuchten Kriminellen. Nach neun Jahren Flucht fand ihn Spürhund Max in einem Gebüsch. Nun wird der Bluthund als Held gefeiert.

von
Philippe Coradi
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Dieses vom FBI veröffentlichte Bild zeigt das Fahndungsplakat von Rafael Caro-Quintero, der für die Ermordung eines US-Drogenfahnders im Jahr 1985 verantwortlich ist. Caro-Quintero wurde fast ein Jahrzehnt nachdem er aus einem mexikanischen Gefängnis entlassen wurde und zum Drogenhandel zurückkehrte, von den mexikanischen Streitkräften gefasst.

Dieses vom FBI veröffentlichte Bild zeigt das Fahndungsplakat von Rafael Caro-Quintero, der für die Ermordung eines US-Drogenfahnders im Jahr 1985 verantwortlich ist. Caro-Quintero wurde fast ein Jahrzehnt nachdem er aus einem mexikanischen Gefängnis entlassen wurde und zum Drogenhandel zurückkehrte, von den mexikanischen Streitkräften gefasst.

Twitter/FBI 
Quintero wurde am 15. Juli in San Simón im mexikanischen Bundesstaat Sinaloa festgenommen.

Quintero wurde am 15. Juli in San Simón im mexikanischen Bundesstaat Sinaloa festgenommen.

via REUTERS
Der Spürhund Max hat den Drogenboss in einem Gebüsch erschnüffelt. 

Der Spürhund Max hat den Drogenboss in einem Gebüsch erschnüffelt. 

Twitter

Darum gehts 

  • In Mexiko wurde nach Jahren auf der Flucht einer der bedeutendsten Drogenbosse Südamerikas verhaftet.

  • Eine Bluthündin namens Max half wesentlich beim Auffinden. 

  • Die USA verlangen nun die Auslieferung von Rafael Caro Quintero.

Der Hund gilt als des Menschen bester Freund – ausser man steht auf der Fahndungsliste der Polizei, dann kann er zum grössten Feind werden. Wohl niemand kann dem ausgeprägten Geruchssinn eines trainierten Bluthundes entrinnen. Das gilt auch für den Bluthund Max, der in der mexikanischen Polizei Dienst tut.

Denn seiner Leistung ist zu verdanken, dass die mexikanische Polizei den «Drogenboss der Drogenbosse» verhaften konnten, schreibt das Medienportal «Paudal» .    

Die mexikanische Marine verfügt über 60 Vierbeiner, von denen 23 zur Hundeeinheit des Hauptquartiers in der Hauptstadt des Landes gehören. Man schätzt, dass die Streitkräfte rund 300 Hunde besitzen, die die Aufdeckung von Drogen, Sprengstoffen und Personen unterstützen.

Hündin führte Beamte zu Drogenboss

Die Bluthündin Max wurde am 20. April 2016 geboren und wiegt 35,5 Kilogramm. Sie wurde 2019 ins Polizeikorps aufgenommen, um die Beamten «bei Ortung von Personen, die sich aufgrund eines Naturereignisses oder eines Unfalls in einer Risikosituation befinden», zu unterstützen.

Die Ausbildung in der Suche und Rettung machen Max zu einem ausgezeichneten Hund. Dies befähigte sie, den Gründer des mittlerweile erloschenen Guadalajara-Kartells zu lokalisieren. Die mexikanische Marine erklärte in einer Stellungnahme explizit, dass Max eine wesentliche Rolle bei der Auffindung von Quintero gespielt hat.

Drogenboss Quintero wurde in der Ortschaft San Simón in den Bergen des nordwestlichen Bundesstaates Sinaloa festgenommen. Zuletzt soll er das kleinere Caborca-Kartell angeführt haben.

USA verlangen Auslieferung

Quintero wurde 1985 zu 40 Jahren Haft verurteilt, nach 28 Jahren aber wegen angeblicher Verfahrensfehler wieder entlassen. Seit diesem Zeitpunkt ist er auf der Flucht. Er stieg danach erneut in den Drogenhandel ein. Das US-Aussenministerium setzte 20 Millionen US-Dollar Kopfgeld aus. 

Zurzeit liegen zwei Haftbefehle und ein Auslieferungsersuchen an die Vereinigten Staaten vor. Die Drogenbekämpfungsbehörde der Vereinigten Staaten (DEA) hält Quintero für den Anführer einer kriminellen Vereinigung und fordert seine Auslieferung. Caro Quintero hatte 1985 den Mord an Enrique «Kiki» Camarena, einem Beamten der DEA, angeordnet. Seine Geschichte wurde auch in der Netflix-Serie «Narcos» erzählt.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, ein Problem mit illegalen Drogen?

Hier findest du Hilfe:

Sucht Schweiz, Tel. 0800 104 104

Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Feel-ok, Informationen für Jugendliche

Infodrog, Information und Substanzwarnungen

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