Palle Huld: Der echte Tim ist gestorben
Aktualisiert

Palle HuldDer echte Tim ist gestorben

Vergangene Woche ist der dänische Schauspieler Palle Huld im Alter von 98 Jahren gestorben. Er hatte Hergé in den 1930er Jahren inspiriert, den weltbekannten Tim aus «Tim und Struppi» zu kreieren.

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Palle Huld starb am 26. November 98-jährig in Kopenhagen. Im Jahre 1928 (Bild, mitte) gewann er eine Reise durch die Welt. Sein Reisebericht sollte später Comic-Autor Hergé zur weltkenannten Figur «Tintin» inspirieren. (Bilder: AP)

Palle Huld starb am 26. November 98-jährig in Kopenhagen. Im Jahre 1928 (Bild, mitte) gewann er eine Reise durch die Welt. Sein Reisebericht sollte später Comic-Autor Hergé zur weltkenannten Figur «Tintin» inspirieren. (Bilder: AP)

In Dänemark galt Palle Huld als Legende. Der alte Mann, der am 26. November 2010 98-jährig in Kopenhagen starb, hatte ein unglaublich bewegtes Leben geführt – und damit den belgischen Comic-Autor Hergé zum berühmtesten Reporter der Literatur inspiriert. Denn Huld war in seinen jungen Jahren die lebende Version von Tim aus «Tim und Struppi» gewesen.

Im Jahre 1928 hatte der knapp 15-jährige Huld einen Wettbewerb der dänischen Zeitung «Politiken» gewonnen. Der Verlag lud den jungen Mann ein, in 44 Tage um die Welt zu reisen, um danach in einem Abenteuerbuch darüber zu berichten. «Politiken» wollte auf diese Weise Jules Vernes 100. Geburtstag gedenken.

Hulds inspirierendes Leben

Palle Huld reiste mit Zug, Schiff und Auto durch die USA, Japan, Deutschland und Sibirien. Überall, wo er ankam, wurde er als Held empfangen. Als er nach knapp eineinhalb Monaten wieder in Kopenhagen eintraf, empfingen ihn 20 000 Menschen auf dem Rathausplatz.

Kaum angekommen, machte er sich an die Arbeit. Sein Werk «Rund um die Welt in 44 Tagen mit Palle» wurde sofort ein Erfolg. Bald wurde es in elf Sprachen übersetzt und eine Kopie erreichte den damals 21-jährigen Georges Prosper Remi, der später als Hergé bekannt werden sollte. Die Reisen des jungen Palle hatten Hergé dermassen fasziniert, dass er nur wenige Monate später sein Comic «Le Petit Vingtiène» veröffentlichte.

Während Huld in seiner Heimat Schauspielerei studierte und zwischen den Jahren 1933 und 2000 in über 40 Spielfilmen mitwirkte, wurde die belgische Comicfigur «Tintin» für seine Abenteuer in China, Kenia und sogar auf dem Mond weltberühmt. Der echte Abenteurer Huld berichtete ab und zu weiter über seine Motorradreisen durch Kanada, Europa und den Iran. Seine letzten Tage verbrachte er zurückgezogen in einem Seniorenheim.

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