National League A: Der EHC Biel geht sang- und klanglos unter
Aktualisiert

National League ADer EHC Biel geht sang- und klanglos unter

Zug gewinnt gegen ein desolates Biel mit 7:1. Die Linie um Topskorer Damien Brunner sorgt für den Unterschied in einer sonst schwachen Partie. Auch Kloten kommt zu einem Kantersieg.

Zug spielte Biel wie einen überforderten Sparring-Partner aus. Je nach Lust und Laune erhöhten die Innerschweizer das Tempo. Die EVZ-Paradeformation legte die Programmpunkte fest: Acht Skorerpunkte trug sie zum 7:1-Erfolg bei.

4:0 hatte der EHC Biel am letzten Samstag deklassiert. Die Qualität, einen ähnlichen Coup auch in der Bossard-Arena schaffen zu können, fehlte dem Aussenseiter auf jeder Position. Stattdessen verlängerte er seine Serie der Unkonstanz um eine weitere Partie. In den vergangenen acht Runden gelang dem EHCB nie die Bestätigung eines positiven Resultats.

Das Spiel der Innerschweizer wurde einmal mehr von der Linie um Josh Holden gesteuert. Mit drei Skorerpunkten stand der «Neigehelmträger» bis zum 3:0 (21.) nahezu vollumfänglich im Zentrum. Danach dehnte Damien Brunner (ein Tor, drei Assists) die EVZ-Show-Time vor knapp 5000 Zuschauern mit zwei perfekten Vorlagen. aus. Der Topskorer überragte den Schnitt der Berner um mindestens eine Klasse. Er trickste und passte nach Belieben.

Flyers - Ambri-Piotta: Stancescu bleibt in Torlaune

Die Kloten Flyers kamen im dritten Saisonduell gegen Ambri-Piotta mit einem deutlichen 6:2 zum ersten Sieg. Die Entscheidung fiel im Mitteldrittel, als die Zürcher Unterländer mit 4:0 Toren auf 5:1 davonzogen.

Als Doppeltorschütze zeichnete sich Klotens Kaptän Victor Stancescu aus, der damit in den letzten drei Spielen fünf Tore erzielte. Der Nationalstürmer leistete zudem die Vorlage zum 6:2 von Marcel Jenni. Das wegweisende 2:1 für Kloten ging auf das Konto des früheren Ambri-Stürmers Michael Liniger. Der Center veredelte damit seinen 32. Geburtstag mit seinem bereits elften Saisontor. Zweimal musste sich Klotens Nummer-2-Goalie Michael Flückiger in seinem dritten Saisonspiel bezwingen lassen.

Ambris erster Treffer zum 1:1 war das erste Tor von Alain Demuth im dritten Saisonspiel des altgedienten Haudegens der Leventiner. Schliesslich sorgte Ambris NHL-Draft Gregory Hofmann mit seinem zweiten Saisontor im Schlussdrittel noch für Resultatkosmetik. Das Verhältnis verletzter Spieler zwischen den beiden Teams betrug 7:6. Bei den Kloten Flyers gab Nicholas Steiner nach überstandenem Kreuzbandriss seine Saisonpremiere.

Fribourg - SCL Tigers: Eisschach und Emmentaler Frust

Cristobal Huet kam beim 2:0 Fribourgs gegen die SCL Tigers zum fünften Shoutout der Saison. Der frühere NHL-Keeper benötigte für seine 19 Paraden keine Sonderefforts. Die Emmentaler enttäuschten erneut.

Zelebriert haben die Freiburger ihren achten Heimsieg in Serie nicht. Sie zogen oft im falschen Moment einen Trick dem normalen, aber gewinnbringenden Pass vor. Dass sie beim entscheidenden 1:0 von einem eher zufälligen Abpraller von der Bande profitierten, den Simon Gamache verwertete, überraschte in der «Eisschach-Partie» deshalb niemanden. Auch Rosas Treffer ins leere Tor passte durchaus zum unspektakulären Abend.

Die SCL Tigers haben abermals den Nachweis nicht erbringen können, ein valabler Playoff-Kandidat zu sein. Im Powerplay resultierte aus vier Möglichkeiten ein einziger Schuss; zu wenig für eine Equipe, die 2012 zu den Top 8 der NLA gehören will. Fusts Frust - so in etwa könnte man die Gemütslage des SCL-Coaches zusammenfassen. Seit vier Runden hat seine verunsicherte Auswahl nicht mehr gewonnen. Nur die desolaten Lakers haben die Tigers bislang noch unterboten.

Lugano - Rapperswil: Ein Doppelschlag genügte dem Heimteam

Die Rapperswil-Jona Lakers lieferten in Lugano ein weiteres Muster für ihre Fragilität ab. Ein Doppelschlag um die Spielhälfte genügte dem Heimteam, um das NLA-Schlusslicht beim 4:2 auf Distanz zu halten.

23 Niederlagen aus 28 Spielen (neun der letzten zehn) sind der statistische Beweis für die miserable Saison, die Rapperswil-Jona einzieht. In Lugano zeigte sich wieder einmal, weshalb die Lakers unter Trainer Harry Rogenmoser den schlechtesten Punkteschnitt seit dem NLA-Aufstieg 1994 aufweisen. Gelingt dem Gegner, wenn auch aus Zufall, ein Tor, so fällt das Spiel der St. Galler in sich zusammen wie ein Kartenhaus. In der schwach besetzten Resega genügten dafür zwei zufällig entstandene Treffer innerhalb von 105 Sekunden.

Erst lancierte eine gut gemeinte Aktion von Lakers-Captain Cyrill Geyer den vierten Sturmlinie von Lugano unfreiwillig. Nutzniesser war der 17-jährige Junior Dario Simion, der nach fast 1100 Minuten wieder einmal traf. In der 31. Minute lenkte Derrick Walser einen Pass von Raffaele Sannitz (1. NLA-Tor seit Ende Februar!) unhaltbar ab. Damit war der Widerstand der Lakers gebrochen. Eine anderen Aktion spiegelte den aktuellen Zustand ebenfalls. Wie Stacy Roest den Puck in der 46. Minute anstatt ins leere Tor an den Pfosten schiessen konnte, kann wohl nur er sich erklären.

Die Geschichte der Partie schrieb derweil Brady Murray. Weil die Heilung nach einer Handoperation wesentlich komplizierter als gedacht verlaufen war, verpasste der mit einer Schweizer Lizenz ausgestattete Amerikaner die gesamte Vorbereitung. Im ersten NLA-Einsatz seit der gewonnenen Playout-Serie gegen die Lakers gelang Murray der vierte Treffer für die nur mit drei Ausländer angetretenen Luganesi.

Zug - Biel 7:1 (2:0, 2:1, 3:0)

Bossard-Arena. - 4996 Zuschauer. - SR Reiber, Mauron/Tscherrig.

Tore: 12. Brunner (Holden/Ausschluss Fröhlicher) 1:0. 19. Holden (Christen, Metropolit/Ausschluss Zigerli) 2:0. 21. Christen (Brunner, Holden/Ausschluss Zigerli) 3:0. 25. Bordeleau (Spylo) 3:1. 40. (39:26) Wozniewski (Brunner) 4:1. 41. Schnyder (Brunner) 5:1. 58. Metropolit (Corsin Camichel, Christen) 6:1. 59. Duri Camichel 7:1.

Strafen: 1mal 2 Minuten gegen Zug, 3mal 2 plus 5 Minuten (Zigerli) plus Spieldauer (Zigerli) gegen Biel.

PostFinance-Topskorer: Brunner; Miéville.

Zug: Markkanen; Helbling, Fischer; Chiesa, Wozniewski; Erni, Blaser; Furrer; Brunner, Holden, Schnyder; Christen, Metropolit, Ruefenacht; Lindemann, Oppliger, Corsin Camichel; Lüthi, Sutter, Duri Camichel; Casutt.

Biel: Berra; Gossweiler, Sjusin; Fröhlicher, Huguenin; Grieder, Karpghai; Rouiller; Wieser, Miéville, Spylo; Haas, Bordeleau, Beaudoin; Lauper, Ehrensperger, Zigerli; Tschantré, Peter, Truttmann; Leuenberger.

Bemerkungen: Zug ohne Pirnes (überzählig), Biel ohne Steinegger, Wetzel, Gloor, Wellinger (alle verletzt).

Pfostenschüsse: Zigerli (13.) und Duri Camichel (55.).

Kloten Flyers - Ambri-Piotta 6:2 (1:1, 4:0, 1:1)

Kolping-Arena. - 5155 Zuchauer. - SR Kurmann, Kehrli/Kohler.

Tore: 4. Stancescu (Santala/Ausschluss Casserini) 1:0. 8. Demuth (Raffainer, Schlagenhauf) 1:1. 24. Liniger (Hollenstein, Bodenmann/Ausschluss Kutlak) 2:1. 26. Bodenmann (Hollenstein, Winkler) 3:1. 34. Samuel Walser (Jacquemet, Polak) 4:1. 39. Stancescu (Jenni) 5:1. 43. Hofmann (Kutlak, Pestoni/Ausschluss Hollenstein; Schlagenhauf) 5:2. 51. Jenni (Stancescu, Santala) 6:2.

Strafen: je 5mal 2 Minuten.

PostFinance-Topskorer: DuPont; Noreau.

Kloten: Flückiger; DuPont, Marti; Westcott, Winkler; Schelling, Sven Berger; Nicholas Steiner; Stancescu, Santala, Jenni; Bodenmann, Liniger, Hollenstein; Jacquemet, Samuel Walser, Polak; Sebastian Sutter, Samuel Keller, Herren.

Ambri-Piotta: Schaefer; Noreau, Kobach; Kutlak, Sidler; Trunz, Schulthess; Casserini, Pascal Müller; Pestoni, Perrault, Elias Bianchi; Raffainer, Schlagenhauf, Demuth; Botta, Mattia Bianchi, Grassi; Duca, Hofmann, Stucki.

Bemerkungen: Kloten ohne Bieber, Blum, Du Bois, Wick, Romano Lemm, Kellenberger und Nordgren (alle verletzt), Ambri-Piotta ohne Westrum, Meier, Murovic, Kariya, Landry und Walker (alle verletzt), Lachmatow, Uinter Guerra und Incir (alle überzählig).

Fribourg - SCL Tigers 2:0 (0:0, 1:0, 1:0)

BCF-Arena. - 6315 Zuschauer. - SR Mandioni, Arm/Dumoulin.

Tore: 37. Gamache (Jeannin, Heins/Ausschluss Christian Moser) 1:0. 60. (59:08) Rosa 2:0 (ins leere Tor).

Strafen: 7mal 2 Minuten gegen Fribourg, 9mal 2 Minuten gegen Langnau. - PostFinance-Topskorer: Bykow; Simon Moser.

Fribourg: Huet; Heins, Birbaum; Lukas Gerber, Collenberg; Loeffel, Barinka; Marc Abplanalp, Ngoy; Cadieux, Jeannin, Knoepfli; Sprunger, Bykow, Brügger; Rosa, Dubé, Gamache; Lüssy, Botter, Tristan Vauclair.

Langnau: Esche; Reber, Popovic; Stettler, Rytz; Schilt, Christian Moser; Lardi; Simon Moser, Kurtis McLean, Pelletier; Sandro Moggi, Claudio Moggi, Gustafsson; Leblanc, Tobias Bucher, Lukas Haas; Kim Lindemann, Adrian Gerber, Genazzi; Rexha.

Bemerkungen: Fribourg ohne Benny Plüss, Afanasenkow, Hasani, Langnau ohne Simon Lüthi (alle verletzt), Neff (rekonvaleszent). Pfostenschuss Sprunger (32.). Timeout Langnau (59:34).

Lugano - Rapperswil-Jona Lakers 4:2 (1:0, 2:1, 1:1)

Resega. - 3114 Zuschauer (Saison-Minusrekord). - SR Rochette, Bürgi/Marti.

Tore: 13. Hirschi (Nummelin, Rintanen/Ausschluss Niinimaa). 24. Brendl (Roest, Jordan Murray) 1:1. 29. Simion (Kienzle, Reuille) 2:1. 31. Sannitz (Ulmer, Jörg) 3:1. 50. Brady Murray (Steiner, Kamber) 4:1. 57. Thibaudeau (Hürlimann, Rizzello) 4:2.

Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Lugano, 2mal 2 Minuten gegen Rapperswil-Jona. - PostFinance-Topskorer: Nummelin; Suri.

Lugano: Conz; Hirschi, Nummelin; Ulmer, Hendry; Kienzle, Blatter; Nodari; Rintanen, Domenichelli, Kostner; Brady Murray, Kamber, Steiner; Jörg, Sannitz, Profico;'Simion, Conne, Reuille.

Rapperswil-Jona: Müller; Walser, Marzan; Niinimaa, Gmür; Geiger, Geyer; Brendl, Roest, Jordan Murray; Riesen, Burkhalter, Berger; Grauwiler, Wichser, Suri; Rizzello, Hürlimann, Lemm; Thibaudeau.

Bemerkungen: Lugano ohne Niedermayer, Romy, Schlumpf und Vauclair (alle verletzt) und Bednar (krank), Rapperswil-Jona ohne Camenzind, Maurer, Sirén, Welti (alle verletzt), Hartigan und Reid (überzählige Ausländer). - 31. (30:15) Timeout Rapperswil-Jona. - 46. Pfostenschuss von Roest. - Rapperswil-Jona ab 59:02 ohne Goalie. (si)

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