Der Einfluss der USA auf die Weltkonjunktur schwindet
Aktualisiert

Der Einfluss der USA auf die Weltkonjunktur schwindet

Die Börse
taucht, weil sich in den
USA eine Rezession
anbahnt. Gregor Hirt,
Chefstratege der Bank
Schroders, und «Cash»-
Guru Fredi Herbert
geben einen Ausblick.

Wenn die USA husten, ist Europa krank. Stimmt der Satz auch heute noch?

Gregor Hirt: Wir merken, wenn in den USA nicht mehr konsumiert wird. Aber der US-Einfluss wird kleiner. Europa und Asien tragen bereits mehr zum weltweiten BIP-Wachstum bei als die USA. Und Europa ist heute der grössere Handelspartner von China als die USA.

Fredi Herbert: Der Einfluss der USA ist abgeschwächt. Heute ist China wichtiger für die Weltwirtschaft. Der Kuchen wird unter mehr Playern aufgeteilt, dadurch schrumpft der US-Anteil.

Wird die sich ankündigende US-Kreditkartenkrise die Kurse weiter fallen lassen?

Herbert: Die Kreditkartenkrise ist heute schon Realität. Die US-Bank Citigroup hat bereits 3,9 Milliarden Dollar Rückstellungen für Kreditkartenrisiken gemacht. Banken werden diesbezüglich nochmals Abstriche machen müssen.

Hirt: Die Kreditkartenkrise macht Anlegern zusätzlich Angst. Zudem verschärfen US-Banken die Kreditkonditionen, was sich negativ auf den Konsum auswirkt.

Was erwarten Sie von der Börse im laufenden Jahr?

Hirt: Seit Jahren hatten wir nicht mehr einen so schlechten Start. Die Kurse werden weiter fallen und im zweiten Halbjahr dank Interventionen der US-Regierung und der Notenbanken wieder zulegen.

Herbert: Blue-Chip-Titel werden solide bleiben. Aber zweit- und drittklassige Aktien, die in der Hausse heraufgespült wurden, werden nachgeben. Bei Banken-Titeln werden wir noch einige Turbulenzen erleben.

gal

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