Finanztrickser - Der eingebildete Milliardär will in Monaco Geschäfte machen
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FinanztrickserDer eingebildete Milliardär will in Monaco Geschäfte machen

Der Baselbieter Finanztrickser entzieht sich der Schweizer Justiz. In Monaco hat der 25-Jährige, der schon behauptete, der reichste Schweizer zu sein, eine neue Firma eintragen lassen.

von
Lukas Hausendorf
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Auf Wikipedia machte sich der Baselbieter Finanztrickser gar zum reichsten Schweizer. Der gefakte Eintrag wurde aber innert eines Tages gelöscht. Trotzdem prahlte er mit Screenshots davon gegenüber potenziellen Kunden.

Auf Wikipedia machte sich der Baselbieter Finanztrickser gar zum reichsten Schweizer. Der gefakte Eintrag wurde aber innert eines Tages gelöscht. Trotzdem prahlte er mit Screenshots davon gegenüber potenziellen Kunden.

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In Monaco hat er eine neue Firma eintragen lassen. Als Domizil ist im Handelsregister des Fürstentums ein Coworking-Space der Firma Regus angegeben. Das Unternehmen vermietet im 26. Stock eines Hochhauses Büros an bester Adresse.

In Monaco hat er eine neue Firma eintragen lassen. Als Domizil ist im Handelsregister des Fürstentums ein Coworking-Space der Firma Regus angegeben. Das Unternehmen vermietet im 26. Stock eines Hochhauses Büros an bester Adresse.

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Auf Instagram zelebriert er ein Luxusleben mit schnellen Autos, teuren Hotels und Restaurants. Zurzeit hält er sich mutmasslich in Monaco auf.

Auf Instagram zelebriert er ein Luxusleben mit schnellen Autos, teuren Hotels und Restaurants. Zurzeit hält er sich mutmasslich in Monaco auf.

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Darum gehts

  • Gegen einen Baselbieter Trader wird ermittelt. Er soll Geld im Umfang von über 700’000 Franken seiner Anleger veruntreut haben.

  • Seit die Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat das Verfahren eröffnet hat, hält er sich aber im Ausland auf, zurzeit in Monaco.

  • Im Fürstentum hat er nun eine Firma gegründet, wie aus dem dortigen Handelsregister hervorgeht.

Der Baselbieter Finanztrickser, dem vorgeworfen wird, im grossen Stil Geld von Anlegern veruntreut zu haben, hat in Monaco eine neue Firma gegründet. Wie aus dem dortigen Handelsregister hervorgeht, hat er eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung eintragen lassen. Der Geschäftszweck ist dabei weit gefasst und umfasst unter anderem Finanzdienstleistungen und Immobilien. Sein Geschäftsdomizil hat er in einem Büro von Regus, einem internationalen Anbieter von Coworking-Räumen.

Das Unternehmen wurde vom Basler Anwalt Christoph Dumartheray, der mehrere Geschädigte im Strafverfahren gegen den Finanztrickser vertritt, bereits über die Tätigkeiten seines Mieters informiert. Zudem wurde die fallführende Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat ersucht, bei den monegassischen Behörden vorstellig zu werden.

Derweil wächst die Summe der mutmasslich durch den Beschuldigten veruntreuten Gelder. Nachdem 20 Minuten den Fall am Dienstag publik gemacht hatte, meldeten sich weitere Geschädigte, die auf die Scheinwelt des angeblichen Trading-Genies hereingefallen sind und Beträge von bis zu 50’000 Franken investiert haben. Der vermutete Deliktbetrag liegt bei über 700’000 Franken. Darüber hinaus hat er etlichen Personen Tradingkurse und Coachings zu je 2500 Franken verkauft. «Es war wie ein Fiat zum Preis eines Ferraris», ärgert sich eine junge Frau.

Angeblich reichster Schweizer

Auch weitere Lügen kamen zum Vorschein. So prahlte der 25-Jährige gar damit, angeblich Milliardär zu sein. Als Beweis schickte er potenziellen Investoren einen Screenshot eines Wikipedia-Eintrags zur Reichen-Liste des US-Wirtschaftsmagazins Forbes. Auf dem entsprechenden Wikipedia-Eintrag der «Swiss Billionaires List» aus dem Jahr 2017 figurierte er an der Spitze mit einem Vermögen von 12,6 Milliarden Franken.

Nur: Den Eintrag hat er selbst gemacht und er überlebte auch nicht lange. Die Korrektoren von Wikipedia entfernten ihn innert eines Tages wieder von der Liste. Er hatte aber eine ganz andere Erklärung dafür: «Meine Familie und ich gerieten dadurch in Gefahr, nachdem die falschen Leute das gesehen hatten.» Sein erfundenes Milliardenvermögen habe er mit dem Verkauf eines Hedgefonds erzielt.

Der ehemalige KV-Stift, der seine Lehre bei einer Grossbank abgebrochen hatte, hat bis jetzt nicht auf die Vorwürfe reagiert und mehrere Anfragen von 20 Minuten unbeantwortet gelassen. Es gilt die Unschuldsvermutung.

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