Trauerzirkus: Der einsame Marsch des Wladimir Putin
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TrauerzirkusDer einsame Marsch des Wladimir Putin

Ein neues Bild aus Putins Album der sorgfältig inszenierten Fotos sorgt im Web für Häme. Denn der anscheinend einsame Präsident ist bei seinem Spaziergang durch St. Petersburg nicht ganz alleine.

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Einsam und nachdenklich? Nicht ganz: Wladimir Putin wird von einem Kamerateam und Dutzenden Bodyguards begleitet.

Einsam und nachdenklich? Nicht ganz: Wladimir Putin wird von einem Kamerateam und Dutzenden Bodyguards begleitet.

Mit einem einsamen Trauermarsch für seinen toten Judotrainer hat Russlands Präsident Wladimir Putin beissenden Spott auf sich gezogen. «Das ist Zirkus, was für ein Schauspieler!», schrieben zahlreiche Blogger nach der Veröffentlichung eines Fotos, auf dem Putin scheinbar einsam durch St. Petersburg spaziert.

«Das ist zum Totlachen. Er ist ganz allein - abgesehen von den Sicherheitsagenten hinter jedem Fenster», spottete ein weiterer User. Doch nicht nur Bodyguards seien dabei, kommentieren andere. Auch ein komplettes Kamerateam folge dem Präsidenten.

Sauber wie Grosny im Jahr 2000

Zuvor war Anatoli Solomonowitsch Rachlin, Putins Judo-Trainer aus Kindheits- und Jugendtagen beigesetzt worden. Nachdem der Kremlchef Abschied von seinem «aufmerksamen Mentor» genommen hatte, schickte er die auf ihn wartende Limousine weg und lief nachdenklich und allein durch eine breite - offenbar abgesperrte - Strasse und über eine Brücke in seiner Heimatstadt.

Dass die Strasse aber vorab abgesperrt war, nährte den Verdacht auf eine Inszenierung, schreibt die Nachrichtenagentur DPA. «Warum sind die Strassen dort so verwaist? Weil sie gesäubert wurden wie Grosny im Jahr 2000», ätzte ein weiterer Blogger in Anspielung auf die im Tschetschenien-Krieg weitgehend zerstörte Hauptstadt der Kaukasus-Republik. «Alles wurde gereinigt, und dann stieg der Präsident auf die Bühne», lautete die Antwort eines anderen Benutzers.

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