18.01.2019 21:05

Vom Aussterben bedrohtDer einsamste Frosch der Welt ist nicht mehr allein

Ein Online-Dating-Profil sollte Frosch Romeo zu einer Partnerin verhelfen. Der unkonventionelle Rettungsplan ist aufgegangen.

von
Fee Riebeling

Romeo hat endlich eine Julia gefunden. (Video: AFP)

Dass ein einzelner Frosch die Herzen von Menschen auf der ganzen Welt erweicht, ist eher ungewöhnlich. Doch im Fall von Romeo, einem Sehuencas-Wasserfrosch aus Bolivien, war es überlebenswichtig. Denn seine Art drohte ohne passende Partnerin auszusterben.

Um das zu verhindern, hatte ihm Arturo Muñoz Saravia von der Umweltschutzorganisation Global Wildlife Conservation im Jahr 2018 ein Profil bei einer Online-Partnerbörse eingerichtet, auf dem sich der Kröterich von seiner besten Seite präsentierte.

Das Ziel der kuriosen Annonce: Geld für eine Expedition zu sammeln, während der im besten Fall potenzielle Partnerinnen gefunden werden.

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Frosch Romeo sucht seine grosse Liebe – unterstützt wird er dabei von Wissenschaftlern der Umweltschutzorganisation Global Wildlife Conservation, ...

Frosch Romeo sucht seine grosse Liebe – unterstützt wird er dabei von Wissenschaftlern der Umweltschutzorganisation Global Wildlife Conservation, ...

Screenshot Match.com/Romeo
... auf ziemlich ungewöhnliche Weise: mithilfe eines Profils auf der Dating-Plattform Match.com.

... auf ziemlich ungewöhnliche Weise: mithilfe eines Profils auf der Dating-Plattform Match.com.

Screenshot Match.com/Romeo
Der Sehuencas-Wasserfrosch präsentiert sich dort von seiner besten Seite.

Der Sehuencas-Wasserfrosch präsentiert sich dort von seiner besten Seite.

Screenshot Match.com/Romeo

Hoffentlich ziehen sich Gegensätze an

Der Plan ging auf. Die Forscher brachten aus dem Regenwald fünf Exemplare der seltenen Froschart mit, drei männliche und zwei weibliche. Die Wissenschaftler geben sich zuversichtlich: «Wir haben eine echte Chance, den Sehuencas-Wasserfrosch zu retten und für die einzigartige Artenvielfalt des Regenwaldes zu bewahren», so der Expeditionsteilnehmer Chris Jordan zur BBC. Jetzt müssen die insgesamt sechs Tiere nur noch zueinanderfinden.

Teresa Camacho Badani vom Naturkundemuseum der Stadt Cochabamba, die die Expedition leitete, ist guter Dinge, wie sie zur BBC sagte. Zwar sei Romeo aufgrund seines langen Singledaseins sehr ruhig und ein wenig bewegungsfaul. Aber die für ihn Auserwählte – Julia – sei dafür besonders energiegeladen. Man hoffe einfach darauf, dass sich bei den Sehuencas-Wasserfröschen Gegensätze anziehen.

Bevor Romeo und Julia zur Tat schreiten können, dauert es jedoch noch ein bisschen. Zunächst müssen die fünf neuen Exemplare die Quarantäne überstehen. Nicht, dass die aus der Wildnis geholten Hoffnungsträger Krankheiten auf Romeo übertragen, die die Art doch noch zum Aussterben bringen.

So herzig sucht Frosch Romeo nach einer Julia

(Video: Match.com/Romeo)

So herzig suchte Romeo im Februar 2018 eine Partnerin. (Video: Match.com/Romeo)

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