Verliebt in eine Betonfigur: Der einsamste Vogel der Welt ist tot
Aktualisiert

Verliebt in eine BetonfigurDer einsamste Vogel der Welt ist tot

Nigel lebte zwischen 80 Tölpel-Nachbildungen auf einer Insel. Bis zum Schluss blieb der Vogel seiner Beton-Partnerin treu.

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fur/isa

Archivbilder zeigen Nigel zwischen den Beton-Nachbildungen. (Video: Tamedia/Friends of Mana Island)

Neuseeländische Naturschützer versuchten auf einer unbewohnten Insel eine Tölpel-Kolonie anzusiedeln. Mit Betonnachbildungen sollten die Vögel angelockt werden – aber es kam nur einer.

Der Vogel, der später «Nigel» genannt wurde, hatte sich auf der kleinen Insel Mana nahe der Hauptstadt Wellington niedergelassen – als einziger lebender Vogel zwischen 80 Tölpel-Nachbildungen aus Beton.

Der einsamste Vogel der Welt verliebte sich in eine der Betonfiguren, baute dieser sogar ein Nest und blieb seiner Beton-Partnerin bis zu seinem Ende treu.

Vergangene Woche wurde Nigels lebloser Körper in jenem Nest gefunden, das er für seine Angebetete gebaut hatte.

Kein Interesse an echten Tölpel

Die 80 Vogelattrappen waren von Schulkindern gebaut und 1998 aufgestellt worden. Mit der Aktion wollte man bewirken, dass echte Tölpel angelockt werden, die auf der Insel eine Kolonie begründen sollten.

Um weitere echte Tölpel anzulocken, hatte Neuseelands Naturschutzministerium vor kurzem den Beton-Attrappen einen neuen Anstrich verpasst und liess per Lautsprecher den Lärm einer Tölpelkolonie aufs Meer hinaustragen – mit Erfolg: Innerhalb von drei Tagen liessen sich drei neue Vögel auf der Insel nieder – Nigel zeigte aber nur wenig Interesse an den echten Exemplaren und blieb seiner Beton-Dame treu.

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