Rheinfelden: Der einzige Bierkutscher-Lehrling der Schweiz
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RheinfeldenDer einzige Bierkutscher-Lehrling der Schweiz

David Gilligan hat bei Feldschlösschen eine Ausbildung als Fuhrmann angefangen. Er ist seit 140 Jahren der erste Lehrling dieser Art im Betrieb und der einzige in einer Schweizer Brauerei.

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las

20 Minuten hat mit Kutscher-Lehrling David Gilligan gesprochen. (Video: las/fh)

Bier darf der 15-jährige David Gilligan bei seinem Lehrbetrieb Feldschlösschen noch keines trinken. Deswegen ist er allerdings auch nicht dort. Seine Leidenschaft sind die Pferde der Brauerei. «Vor zwei Jahren habe ich bei einem Ferienjob im Kinder-Zolli Basel mit Ponys gearbeitet», sagt er. Ab diesem Moment habe er gewusst, dass er sich den Tieren widmen wolle. Nun hat er die Lehre als Pferdefachmann EFZ, Fachrichtung Gespannfahren angetreten.

Obwohl Feldschlösschen nicht in erster Linie für Pferde bekannt ist, hat das Unternehmen eine lange Kutscher-Tradition. «Als die Brauerei 1876 gegründet wurde, waren Pferde das wichtigste Transportmittel. Auch heute liefern unsere Vierbeiner Bier in Rheinfelden und bei Anlässen aus», erklärt Esin Celiksüngü von der Unternehmenskommunikation.

Einfühlsamer Umgang mit Kolossen

Die rund 900 Kilo schweren belgischen Kaltblüter, die der Brauerei als Zugpferde dienen, sind imposante und kraftvolle Tiere. Der Umgang mit ihnen will also gelernt sein. «Man darf sich nicht von hinten an sie heranschleichen. Dann erschrecken sie und schlagen aus», erklärt David, der die Pferde inzwischen stilsicher betreut. Für die Beziehung mit den Tieren sei es wichtig, viel Zeit mit ihnen zu verbringen und sich gut um sie zu kümmern.

«Man muss auch lieb und nett zu ihnen sein und dafür sorgen, dass es ihnen gut geht», so David. Dann seien die Tiere auch nett zu ihren Betreuern. «Obwohl sie manchmal auch etwas frech sind», fügt er schmunzelnd an.

Wissen weitergeben

Kutschen sind ein seltenes Bild auf Schweizer Strassen. So schlagen nur wenige junge Menschen den gleichen Berufsweg ein wie David. Tatsächlich ist er der erste Kutscher-Lehrling bei Feldschlösschen und der einzige bei einer Schweizer Brauerei. «Man muss das Wissen, das man hat und erarbeitet, weitergeben», erklärt Peter Nussbaumer, Davids Lehrmeister. Denn Kutscher gebe es immer weniger. So sei man bei Feldschlösschen auf die Idee gekommen, Lehrlinge auszubilden.

Der Übergang aus der Schule ins Berufsleben sei schwierig für junge Menschen, sagt Nussbaumer. Daher sei es um so wichtiger, dass qualifizierte Ausbilder die Jungen kompetent unterstützen. Am Ende gibt es noch Lob vom Meister: «David schlägt sich wirklich gut.»

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