Publiziert

Schock-Video aus Russland«Der Eisbär-Quäler sollte zum Psychiater»

Der Russe, der einer Eisbärin einen Böller zugeworfen hat, will aus Notwehr gehandelt haben. Die Behörden glauben ihm kein Wort.

von
kle

Notwehr oder sadistisches Vergnügen? Das schockierende Video eines Eisbär-Weibchens, das einen Feuerwerkskörper verschluckt hat und sich vor Schmerzen im Schnee wälzt, ging um die Welt.

Experten und Behörden sind sich allerdings nicht im Klaren, ob das Tier im Video wirklich ums Leben gekommen ist. Alexander Gruzdev, Leiter des Naturparks auf der abgelegenen Wrangelinsel im arktischen Ozean, glaubt, dass die Eisbärin die Attacke schwerverletzt überlebte, weil bislang kein Kadaver gefunden wurde: «Es gab auch keine Blutspuren in der Nähe des Tatorts. Die Bärin hat wahrscheinlich Verletzungen an der Zunge erlitten, aber ihre Augen sind offenbar verschont geblieben. Das heilt wieder. Sie ist wohl ins Innere der Insel geflohen», sagt er zu «aif.ru».

Der russische Umweltminister Sergei Donskoi hat eine andere Version: «Alle Experten, die ich befragte, sind sich angesichts seines Verhaltens am Schluss des Videos einig, dass das Tier schwere Schäden des Nervensystems erlitten haben muss und kaum überlebt haben kann.»

Täter ist identifiziert

Der Vorfall soll sich am 8. November ereignet haben, doch erst jetzt wurde das Video publik, schreibt die Nachrichtenagentur Tass. Der Täter, Jewgeni Yurgaya, soll ein Koch der Baufirma Rusalians sein, der auf der Wrangelinsel tätig ist. Gegen ihn wurde bereits eine Strafe in Höhe von 3000 Rubel (41 Franken) verhängt. Seit Tagen stossen verärgerte Nutzer auf sozialen Netzwerken Drohungen gegen den Mann und seine Angehörigen aus.

Den Ermittlern ist unklar, ob der Täter sich mit dem Feuerwerkskörper gegen den Bären schützen wollte oder ob er das nach Nahrung suchende Tier aus Langeweile gequält hat. In seiner Aussage gab Yurgaya an, er habe während einer Pause draussen geraucht, als das Tier auf ihn losging. Sein Bruder habe der Bärin dann einen Feuerwerkskörper zugeworfen, um ihn zu beschützen.

Experten glauben Yurgaya kein Wort

Doch auch hier sind die beigezogenen Experten einer Meinung, sie glauben der Version mit dem Bruder nicht: «Das war keine Notwehr, sondern eine absichtliche Attacke. Eisbären sind intelligente Tiere, die auf keinen Fall einen Böller aus Versehen verschlucken würden. Das Teil wurde womöglich in einem Stück Fleisch versteckt», so Minister Donskoi.

Laut Aif.ru hat das Bauunternehmen Jewgeni Yurgaya bereits fristlos entlassen. Eisbären gehören in Russland zu den bedrohten Tierarten. Sollte sich aufgrund der Ermittlungen herausstellen, dass das Tier mit Absicht gequält wurde, drohen dem Täter bis zu sieben Jahre Haft. Für Elisa Jasmin von der Tierschutzorganisation Peta in Russland ist die Strafe immer noch nicht genug: «Wer so etwas macht, muss psychiatrisch behandelt werden», sagte sie dem Portal RT.

Deine Meinung