Siegesfeier in Lausanne: «Der Empfang war überwältigend»
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Siegesfeier in Lausanne«Der Empfang war überwältigend»

Das Schweizer Davis-Cup-Team erlebt in Lausanne ein Fest der Emotionen. Dass gleich 10'000 Fans mitfeiern, überrascht die neuen Tennis-Weltmeister.

von
kai/hua

Die Tennishelden werden in Lausanne gebührend empfangen. (Video: 20 Minuten)

Die Schweiz hat ihre Tennis-Weltmeister wieder. Am späten Nachmittag, kurz nach 16 Uhr, trafen sie in Lausanne ein, wo sie von Tausenden Fans gebührend empfangen wurden. Die Mannschaft genoss die Siegesfeier sichtlich. Allen voran Stan Wawrinka, gebürtiger Lausanner. «Ich bin sehr dankbar, dass so viele Leute gekommen sind, und enorm stolz auf das, was wir erreicht haben. Wir haben jahrelang für diesen Triumph gekämpft.»

Während es der Weltranglistenvierte war, der dem Final seinen Stempel aufgedrückt und Roger Federer mitgerissen hatte, war es der Weltranglistenzweite, der sich einen Empfang in Lausanne wünschte – als Hommage an seinen Freund. «Ich wollte ihm damit eine Freude machen», sagte Federer, der sich am Genfersee selber heimisch fühlt. Er hatte einst zwei Jahre in Ecublens gewohnt. Dass gleich gegen 10'000 Leute auf die Place de la Navigation strömten, erstaunte Federer – er hatte nichts von der Euphorie in der Heimat mitbekommen. «Ich habe die letzten Tage keine Schweizer Zeitungen angeschaut, weil ich nichts mehr über meinen Rücken lesen wollte», sagte er.

Lüthi angespannt bis zum Schluss

Die Mannschaft hatte am Sonntagabend in Lille im kleinen Kreis mit ihren Familien gefeiert, was für Federer der «krönende Abschluss des Wochenendes» war. Auch Captain Severin Lüthi genoss den Abend ausgiebig, nachdem sich seine Anspannung erst ganz zum Ende der Partie zwischen Federer und Gasquet gelegt hatte. «Ich spürte die ganze Zeit einen extremen Druck, auch während des letzten Spiels», sagte er am Rande der Feierlichkeiten in Lausanne. «Erst beim Stand von 5:2 im dritten Satz konnte ich langsam herunterfahren.»

Marco Chiudinelli zehrte das Zuschauen nicht mehr an den Nerven, als wenn er selber auf dem Platz gestanden hätte. «Für mich macht das keinen Unterschied. Ich bin auch sehr angespannt, wenn ich selber spiele», sagte er. Obwohl er zu keinem Einsatz kam, hielt sich seine Enttäuschung in Grenzen. «Das gehört dazu, ich mag es den anderen gönnen.»

Ebenfalls nur die Rolle des Reservespielers blieb Michael Lammer. Dennoch ist er wie Chiudinelli ein wichtiger Teil des Teams, entsprechend emotional war für ihn der Empfang in Lausanne: «Wir hörten die Fans schon aus der Ferne im Car. Es war überwältigend.»

Über 500'000 sahen den Triumph

Das Schweizer Fernsehen hat die Einschaltquoten des Davis-Cup-Wochenendes veröffentlicht. Das Interesse stieg von Tag zu Tag und Stunde zu Stunde. Während am Freitagnachmittag bei der Partie Wawrinka – Tsonga lediglich 186'000 Zuschauer dabei waren, stieg die Quote anschliessend bei Federer – Monfils auf 299'000. Beim Doppel am Samstag waren 372'000 Zeugen des glorreichen Schweizer Siegs. Der Entscheidung am Sonntag (Federer - Gasquet) wohnten dann 482'000 Zuschauer bei. Die Anschlussübertragung mit den Feierlichkeiten und den Interviews sahen sogar 563'000.

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