Rekonstruiert: Der erste Europäer
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RekonstruiertDer erste Europäer

So sah er also aus, der erste Europäer, der vor rund 35 000 Jahren im heutigen Rumänien lebte. Rekonstruiert wurde das Gesicht aufgrund von gefundenen Schädelknochen.

Richard Neave, einem forensischen Künstler, ist es gelungen, aus Schädel- und Kieferknochen, die in einer Bärenhöhle gefunden wurden, das Gesicht des ersten Europäers zu rekonstruieren. Dies weiss The Independent zu berichten.

Obwohl anhand der Knochen keine Rückschlüsse auf die Hautfarbe gemacht werden können, dürfte die Ähnlichkeit mit den unmittelbaren afrikanischen Vorfahren gross gewesen sein, die Haut also viel dunkler als bei heutigen Durchschnittseuropäern. Allerdings konnte nicht bestimmt werden, ob die gefundenen Knochen von einem Mann oder einer Frau stammen.

Genaueste Messungen und Neaves grosse Erfahrung darin, wie sich das weiche Gewebe des Gesichtes um die Schädelknochen legt, lassen den Schluss zu, dass der erste Europäer so und nicht anders ausgesehen hat.

Neave liess verlauten, dass der Schädel weder europäisch, asiatisch noch afrikanisch ausgesehen hätte, sondern sei ein Mix von allen dreien sei. Und dies, so ein Experte, sei genau das, was man von einem der frühesten Europäer erwarten könne.

Menschenknochen in Bärenhöle

Den Unterkieferknochen fand man im Jahre 2002, die restlichen Schädelknochen wurden ein Jahr später ausgegraben. Der Fundort, Pestera cu Oase («Die Höhle mit Knochen») liegt im Südwesten des heutigen Rumäniens.

Die Knochen wurden von Forschern auf zwischen 34 000 und 36 000 Jahre geschätzt. Damals lebten in Europa einerseits die Neandertaler, die hier seit zehntausenden von Jahren heimisch waren und andererseits die erst kürzlich von Afrika über den Mittleren Osten eingewanderten Homo Sapiens, die modernen Menschen.

Neandertaler

lebten von vor ca. 250 000 Jahren in Europa und starben vor rund 25 000 Jahren aus.

Homo sapiens

kamen vor ca. 35 000 in Europa an und teilten den Kontinenten somit ca. 10 000 Jahre lang mit den Neanderthalern. DNA-Tests ergaben, dass sich die beiden Gattungen nicht vermischten.

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