Aktualisiert 06.02.2014 08:05

Lucien Koch

«Der erste Schweizer zu sein wäre ein Privileg»

Mit der Qualifikation der Snowboard-Slopestyler gehen die Olympischen Spiele in Sotschi schon vor der Eröffnungsfeier los. Die Schweizer Medaillen-Chancen sind intakt.

von
Herbie Egli, Sotschi

Slopestyle, eine neue olympische Sportart, bildet den Auftakt in Sotschi. Bereits am Donnerstag, also einen Tag vor der Eröffnungsfeier, müssen sich die Snowboard-Profis in der Qualifikation messen.

Der Kurs ist mit hohen Sprüngen und langen Rail-Selektionen anspruchsvoll und imponiert den Schweizern. «Wir bekommen die Piste immer besser in den Griff, das kommt schon gut», sagt Lucien Koch. Der 18-jährige St. Galler Olympia-Debütant ist neben Jan Scherrer einer von zwei Schweizern, die die Qualifikation bestreiten. Kommt Koch vor Scherrer an die Reihe, hätte er die besondere Ehre, als Erster der 163 Schweizer Athleten seinen Wettkampf aufzunehmen. «Das wäre auf jeden Fall ein Privileg.»

Hält Candrians Rücken?

Nach den Männern sind die Frauen an der Reihe. Mit Sina Candrian, Isabel Derungs und Elena Könz versuchen drei Schweizerinnen, sich für die Finaldurchgänge am Wochenende zu qualifizieren. Hätte sich Candrian in letzter Zeit nicht mit einer langwierigen Verletzung herumschlagen müssen, würde sie zu den Top-Favoritinnen zählen. «Vor einem Jahr hatte ich die Goldmedaille als Ziel. Wegen der Rückenprobleme geht für mich aber schon ein Traum in Erfüllung, weil ich überhaupt hier sein kann», so die 26-jährige Bündnerin.

Der Coach der Schweizer Snowboard Freestyle-Nationalmannschaft, Pepe Regazzi, glaubt jedenfalls eher an seine Girls als an die Jungs. «Bei den Frauen ist eine Medaille das Ziel, da sie seit rund einem Jahr zu den Besten gehören. Bei den Männern wäre ein Finaleinzug schön.»

Ein Fragezeichen um Shaun White

Beim Slopestyle auch am Start sein wird Shaun White. Die US-Ikone will sein Palmarès auch in dieser Disziplin um eine Medaille bereichern. White gilt in dieser Sportart aber nicht als Überflieger wie in der Halfpipe, was auch dem Schweizer Jan Scherrer aufgefallen ist: «Auch er hatte Probleme mit dem Kurs. Zwar weiss niemand genau, was er im Training in Amerika alles vorbereitet hat, aber eines steht fest: Im Slopestyle ist White nicht so dominant wie in der Halfpipe.»

White ist nicht frei von Schmerzen. Der schwere Crash während der Olympia-Trials der US-Boys in Mammoth hat selbst bei der Nummer 1 Spuren hinterlassen. Auf die X-Games verzichtete er zur Linderung der körperlichen Beschwerden. Beim ersten Rendez-vous mit den Reportern aus seiner Heimat liess sich der bekannteste US-Hoffnungsträger indes nichts anmerken: «Mir geht es gut.» (heg/Si)

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