Aktualisiert 27.07.2015 15:08

Bill MayDer erste Weltmeister im Synchronschwimmen

Ausgerechnet in Russland dürfen Männer erstmals um WM-Medaillen kämpfen. Bill May aus den USA erfüllt sich den Traum von Gold.

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Sonntag, 26. Juli 2015Premiere: An der WM der Synchronschwimmer in Kasan treten erstmals Männer an. Der Star ist Billy May (l.) aus den USA, der mit seiner Partnerin Christina Jones Gold holt.

Sonntag, 26. Juli 2015Premiere: An der WM der Synchronschwimmer in Kasan treten erstmals Männer an. Der Star ist Billy May (l.) aus den USA, der mit seiner Partnerin Christina Jones Gold holt.

epa/Patrick B. Kraemer
Das Duo strahlt mit der Goldmedaille um den Hals! Auch Bill May ist übrigens geschminkt, einfach nur dezent.

Das Duo strahlt mit der Goldmedaille um den Hals! Auch Bill May ist übrigens geschminkt, einfach nur dezent.

epa/Patrick B. Kraemer
Zu Beginn ihres Auftritts springt der 36-Jährige elegant ins Wasser. Bill May ist ein Vorkämpfer: Der Amerikaner gewann Ende der Neunzigerjahre die Goodwill Games, durfte aber nicht bei Weltmeisterschaften oder Olympia antreten.

Zu Beginn ihres Auftritts springt der 36-Jährige elegant ins Wasser. Bill May ist ein Vorkämpfer: Der Amerikaner gewann Ende der Neunzigerjahre die Goodwill Games, durfte aber nicht bei Weltmeisterschaften oder Olympia antreten.

AP/Michael Sohn

Die Geschlechterrollen verschwimmen – nun ist eine der letzten Frauendomänen gefallen. Erstmals mischen Männer bei einer WM im Synchronschwimmen mit. «Beim Eiskunstlauf geht es doch mit Frauen und Männern auch, warum nicht im Synchronschwimmen?», sagt Bill May, der sich als erster Mann zum Weltmeister im Synchronschwimmen kürte. Er gewann an der WM in Kasan Gold an der Seite von Christina Jones.

May ist ein Vorkämpfer. Der 36-jährige Amerikaner gewann Ende der Neunzigerjahre die Goodwill Games, durfte aber nicht bei Weltmeisterschaften oder Olympia antreten. Er beendete seine sportliche Laufbahn, trat beim Cirque du Soleil auf und kehrte nach elf Jahren zurück, als der Weltverband im letzten Herbst überraschend den Männer-Bann aufhob.

Sechs Nationen haben am Mixed-Wettbewerb teilgenommen. Für Gastgeber Russland gewannen Alexander Malzew und Darina Valitova Silber, Bronze ging an Manila Flamini/Giorgio Minisini aus Italien. Ausgerechnet Russland, das im Vorfeld der Weltmeisterschaften die Nase rümpfte. Sportminister Witali Mutko hatte die neue Ära in der bisherigen reinen Frauen-Sportart als «dumme» und «fehlerhafte» Entscheidung gegeisselt.

«Ich mache das, was ich am besten kann»

Beim Synchromschwimmen gehören farbige und glitzernde Badeanzüge sowie reichlich Schminke zum Programm, um aufzufallen. Wie handhaben dies die Männer? Bill May schwimmt dezent geschminkt in bunter Badehose. Im Vorkampf trat dagegen der junge Italiener Giorgio Minisini mit unrasiertem Körper an. «Natürlich haben einige Vorurteile, aber ich mache das, was ich am besten kann», sagte er zu den Reaktionen in seiner Heimat. Familie und Freunde würden ihn aber unterstützen, nachdem sie sich seinen Sport angesehen hätten.

Russlands Malzew sorgt im Badeanzug im Look eines Rotarmisten, den der Krieg von seiner Liebe trennt, für den Hingucker. «Bei uns gibt es unterschiedliche Meinungen. Ich habe kein Problem, meine artistischen und balletttänzerischen Fähigkeiten zu zeigen», sagt Malzew diplomatisch. Er weiss zu gut, dass allein sein Outfit – Gelatine im Haar, Schminke, hautenger Uniformbody – in weiten Teilen der russischen Öffentlichkeit polarisiert. (als/si)

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