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Takasa ist rausDer ESC und die «viel zu braven» Eidgenossen

Die Nation der ESC-Loser hat auch heuer wieder versagt, die Enttäuschung ist gross. Von den deutschen Nachbarn gibts dafür wenig Mitleid.

von
sim

Sehen wir der Tatsache ins Auge: In Sachen Sport und Politik steht die Schweiz vor ihren europäischen Nachbarn noch ganz gut da. Was jedoch die internationalen Erfolge im Musikbusiness anbelangt, können sich die Eidgenossen nur selten behaupten. Besonders beim Eurovision Song Contest stinken wir jedes Jahr ab – es sei denn, wir schicken einen aufstrebenden Weltstar wie Céline Dion für unser Land an den Start, wie damals, anno 1988.

Mit den Freaks des diesjährigen ESC konnte die Schweiz einmal mehr nicht mithalten. Natürlich ist die Heilsarmee enttäuscht. «Auf der einen Seite ist man froh, dass man das alte Leben wieder zurück hat. Auf der anderen Seite ist es enttäuschend, dass wir nicht weitergekommen sind», sagte Girrarist und Band-Schönling Jonas Gygax nach der Pleite.

Doch woran lag es? War Takasa schlicht zu langweilig? Gönnt man in Europa den vermeintlich verwöhnten Schweizern den Sieg nicht? Womöglich war der Song ebenso nicht das Wahre.

Takasa? «Aseptisch»!

Wenn die Nation der ESC-Loser schon nicht herausstach, wird sie wenigstens in der internationalen Presse nicht vergessen. Zumindest auf die Startseite von Bild.de haben es die Sängerin und der Bassist von Takasa geschafft. «Die Heilsarmee-Gruppe Takasa aus der Schweiz, bei der ein 95-Jähriger den Bass zupfte, ist beim zweiten Halbfinal-Durchgang des Eurovision Song Contests am Donnerstag in Malmö ausgeschieden. Seit 2003 kamen Kandidaten aus der Schweiz nicht über das Halbfinale hinaus», heisst es dort. Doch da scheinen uns die deutschen Nachbarn schlechter dastehen lassen zu wollen, als wir eigentlich sind. Schliesslich haben wir es doch im vorletzten Jahr mit Anna Rossinelli ins Finale geschafft. Aber hallo!

Der «Spiegel» kürte indes Emil Ramsauer zur sympathischsten Einzelerperson des Contests: «Während die jugendliche Restband ihren Song so aseptisch wie nach einem ausgiebigen Sagrotan-Abrieb präsentierte, schien der Senior seiner Mimik nach zu urteilen nicht hundertprozentig zu verstehen, wo er da hineingeraten war.»

Wann geben wir auf?

Irgendwie klingt aber auch dieses Lob nicht wirklich ernst gemeint. Die Schweiz wird im internationalen Songcontest schlicht nicht ernst genommen.

Deshalb stellt sich auch 2013 wieder die alljährliche Frage, wieso unser Land überhaupt noch am ESC teilnimmt. Und: Gibt es überhaupt etwas, das wir unternehmen können, um es immerhin unter die besten fünf Länder zu schaffen? Man darf gespannt sein, wie und wofür sich das SRF fürs kommende Jahr entscheidet.

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