Freier Fall gestoppt: Der Euro ist wieder über 1.10 Franken wert
Aktualisiert

Freier Fall gestopptDer Euro ist wieder über 1.10 Franken wert

Keine zwei Stunden hat die Schweizer Börse geöffnet, da zeigen die angekündigten Massnahmen der Schweizerischen Nationalbank SNB Wirkung: Der Euro stieg gegenüber dem Franken um gut vier Rappen.

Der Franken entfernt sich weiter von seinen historischen Höchstständen. Der Euro kletterte am Freitagvormittag wieder über 1.10 Franken.

Wie schon am Donnerstagnachmittag gewannen Euro und Dollar gegenüber dem Franken sprunghaft an Wert. Nachdem der Euro bis um 9 Uhr auf 1,069 Franken gefallen war, kletterte er dann innerhalb von knapp zwei Stunden auf 1,103 Franken. Der Dollar sprang von 75,5 auf 77,5 Rappen.

Der Euro notiert damit erstmals seit Anfang Monat wieder über 1,10 Franken. Am Dienstagabend hatte er mit einem ein Allzeittief von 1,007 Franken fast die Parität erreicht.

«Sicherer Hafen» Franken weltweit gesucht

Die Schweizer Währung wurde wegen ihrer Rolle als «sicherer Hafen», wie auch das Gold, nach der Abstufung des Kreditratings der USA und der sich verschärfenden Schuldenkrise in der EU weltweit gesucht. Nach Meinung der meisten Ökonomen kam es aber zu einer massiven Überbewertung.

Nun wirken sich die angekündigten Massnahmen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) zur Ausweitung des Frankenangebots und damit zur Abschwächung der Währung - Leitzins von möglichst nahe null, auf 120 Mrd. Fr. erhöhte Giroguthaben der Banken und Devisenswaps - aus.

Breiter Konsens in der Politik

Zudem herrscht auch in der Schweizer Politik, nachdem die SVP ihre Einwände aufgegeben hat, breiter Konsens, dass die SNB wieder am Devisenmarkt eingreifen und eine Franken-Kursuntergrenze verfolgen soll.

Die wählerstärkste Partei hatte letztes Jahr die Interventionen der SNB, als sie gegen eine Abschwächung des Euros unter 1,40 und 1,30 Franken kämpfte, als Verschleuderung von Volksvermögen kritisiert. SVP-Vizepräsident Christoph Blocher hatte den Rücktritt von Nationalbankpräsident Philipp Hildebrand gefordert. (sda)

Schweizer Börse weiterhin in heftigem Auf und Ab

Der Schweizer Aktienmarkt hat zu Handelsbeginn am Freitag erneut grosse Ausschläge verzeichnet. In den ersten Minuten fiel der SMI, der Index der Schweizer Börsenschwergewichte, um bis zu 1,75 Prozent. Um 9.30 Uhr notierte er nur noch 0,1 Prozent schwächer auf 5026 Zählern.

Der SPI verlor ebenfalls 0,1 Prozent auf 4593 Punkte. Laut Händlern dürfte der Börse nach der technischen Erholung vom Vortag mit einem Kursgewinn von rund 5 Prozent etwas der Schnauf ausgegangen sein. Es mangle aufgrund der anhaltenden Unsicherheiten an Anschlusskäufern, hiess es. Auch die übrigen europäischen Märkte nahmen einen Teil der Gewinne vom Vortag bereits wieder mit.

Neue Impulse erwarteten sich die Marktteilnehmer am Nachmittag, wenn in den USA die neuesten Zahlen zu den Detailhandelsumsätzen und das von der Uni Michigan ermittelte Konsumentenvertrauen veröffentlichen werden. (sda)

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