Aktualisiert 10.09.2019 07:58

Titelfavorit

Der EVZ darf nicht mehr Meister werden, er muss

Es steht ausser Frage: Der EV Zug stellt diese Saison das Topteam der Liga. Aber wie geht er mit dem Erwartungsdruck um?

von
Marcel Allemann
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Bei der Partie Zug gegen Davos kommt es zum Duell der Gegensätze.

Bei der Partie Zug gegen Davos kommt es zum Duell der Gegensätze.

FreshFocus/Andy Mueller
Den ersten Vergleich in dieser Saison hat der HCD in Zug im November 5:4 gewonnen.

Den ersten Vergleich in dieser Saison hat der HCD in Zug im November 5:4 gewonnen.

Keystone/Alexandra wey
Vor der Saison wurde der EVZ als grosser Favorit auf den Titel gehandelt. 20 Minuten berichtete: Letzte Saison klappte es nicht mit dem Meistertitel, im Playoff-Final wurde der EV Zug von Bern bezwungen.

Vor der Saison wurde der EVZ als grosser Favorit auf den Titel gehandelt. 20 Minuten berichtete: Letzte Saison klappte es nicht mit dem Meistertitel, im Playoff-Final wurde der EV Zug von Bern bezwungen.

Keystone/Alexandra wey

21 Jahre ohne Meisterschaft sind genug. So ist die jüngste Transferoffensive des EVZ zu interpretieren. Sportchef Reto Kläy sagt denn auch: «Wir streben den nächsten Titel an.»

Das Team, das schon letzte Saison eine überragende Rolle spielte, ehe es nach Führung im Playoff-Final vom SC Bern noch ausgehebelt wurde, hat sich mit dem Topgoalie und dem Toptorschützen der Liga veredelt. Und als wären die Zuzüge von Leonardo Genoni und Gregory Hofmann nicht genug, leisten sich die Zentralschweizer mit der Verpflichtung des zweifachen schwedischen Weltmeisters Oscar Lindberg auch noch den Luxus von fünf hochkarätigen Ausländern im Kader.

Was geschieht mit McIntyre?

Wobei eifrig darüber spekuliert wird, ob David McIntyre die Saison wirklich beim EVZ abschliessen wird. Mit seinen Leistungen war man in der Zentralschweiz letzte Saison nicht zufrieden, und daher ist es wahrscheinlich, dass der Kanadier als Söldner Nummer 5 startet. Schon im vergangenen Playoff musste McIntyre oft mit der Rolle des überzähligen Ausländers vorliebnehmen.

Ob McIntyre nun zu alter Stärke zurückfindet und den Konkurrenzkampf annimmt, ist indes nicht entscheidend. So oder so ist es müssig, darüber zu fachsimpeln, wer die Favoritenrolle in der neuen Saison innehat. Es kann nur eine Antwort geben: der EV Zug. Diese öffentliche Wahrnehmung wiederum bringt für den Verein eine völlig neue Ausgangslage mit sich. Bislang durften die Zuger vorne mitspielen und im Idealfall Meister werden. Fortan wird es erwartet.

«Wir sind nicht allein»

«Ich denke schon, dass die Mannschaft diesem Druck gewachsen ist, aber wirklich wissen werden wir es erst in einigen Monaten», sagt Kläy. Man wolle die Saison mit einer «Mischung aus breiter Brust, aber auch Demut» angehen. «Wir wissen, dass wir das Potenzial zum Titel haben, aber da sind wir nicht allein. Zunächst müssen wir mal das Playoff erreichen und dann dort auch noch jede Runde gewinnen. Das ist kein Selbstläufer.»

Immerhin hat der EVZ aber nichts unversucht gelassen. Der Bestand an Spielern, die den Schweizer Meistertitel in ihrer Karriere schon gewonnen haben, wurde mehr als verdoppelt. Zuvor waren es zwei (Simion, Senteler) mit dieser wertvollen Erfahrung, nun sind es durch die Zuzüge von Genoni, Hofmann und Jerôme Bachofner schon fünf.

«Ich suche die Spieler nicht nach ihren Titeln aus, aber es schadet nicht, wenn sie schon welche gewonnen haben», betont Kläy und sagt weiter: «Es muss eine Mischrechnung sein zwischen Spielern, die das schon erlebt haben, und solchen, denen dieser Titel noch fehlt und die deshalb entsprechend hungrig darauf sind.» Diese Mischrechnung könnte beim EV Zug in der Tat aufgehen.

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