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Polizei ermittelt weiterDer Facebook-Rassist hat das Foto recyclet

Südafrika sucht noch immer nach dem ominösen «Schwarzenjäger» – auch wenn sich inzwischen das Bild, das der Rassist «Eugene Terorblanche» auf Facebook stellte, als alt und gestellt entpuppt hat.

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Der Aufruf der «Sunday Times» sollte helfen, «Eugene Terrorblanche» zu finden. (Screenshot: «Sunday Times)

Der Aufruf der «Sunday Times» sollte helfen, «Eugene Terrorblanche» zu finden. (Screenshot: «Sunday Times)

Das Bild mit dem grinsenden weissen Jäger, der vor einem angeblich toten schwarzen Jungen posiert, ging um die Welt - und sorgte für viel Empörung. Die Leser der «Sunday Times», die am Sonntag das Bild veröffentlicht hatte und damit den Behörden bei den Ermittlungen helfen wollte, meldeten sich inzwischen bei der Redaktion.

Offenbar ist das Bild gestellt. Vor vier Jahren soll ein «Jäger» einen dreijährigen Jungen dafür bezahlt haben, sich vor seinen Füssen für einen Schnappschuss hinzulegen. Schon damals sei die Polizei auf das Bild aufmerksam geworden. Der Urheber wurde ermittelt und der Fall daraufhin abgeschlossen.

Es geht von vorne los

Doch als das alte Foto wieder auf dem Profil eines gewissen «Eugene Terrorblanche» auftauchte, begann die Untersuchung von neuem. «Es geht darum, dass ein sehr kranker Mensch dieses Bild im Jahr 2011 als sein Facebook-Profil postete, zusammen mit sehr gravierenden rassistischen Aussagen», erklärt der Chefredaktor der «Sunday Times» den jüngsten Aufruf auf seiner Titelseite.

Bis Montagabend hatten 25 Personen «Eugene Terrorblanche» ihre Facebook-Freundschaft gekündigt. Von seinen 590 Freunden meldeten sich 300 in zwei Gruppen an, die sich vom Inhalt seines Profils distanzieren. «Egal ob gestellt oder nicht», sagt der südafrikanische Staatsanwalt, der den Fall betreut, «hier geht es um eine Szene, in der extreme Gewalt gegen ein Kind dargestellt wird. Die Absicht dieser Darstellung ist es, Rassenhass zu erzeugen und zu polarisieren.»

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