Psychologe über YB: «Der FC Basel ist für YB jetzt ein Dessert»
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Psychologe über YB«Der FC Basel ist für YB jetzt ein Dessert»

Der Trainerwechsel bei YB zeigt Wirkung: Unter Adi Hütter gabs in zwei Spielen zwei Siege. Ein Sportpsychologe sagt, was es braucht, damit die positive Wirkung anhält.

von
Annina Häusli
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Seit etwas mehr als zwei Wochen steht Adi Hütter bei YB an der Seitenlinie.

Seit etwas mehr als zwei Wochen steht Adi Hütter bei YB an der Seitenlinie.

Keystone/Peter Schneider
Der 45-Jährige hat mit zwei Siegen in Serie gegen Vaduz und Chiasso einen erfolgreichen Einstand gefeiert.

Der 45-Jährige hat mit zwei Siegen in Serie gegen Vaduz und Chiasso einen erfolgreichen Einstand gefeiert.

Keystone/Lukas Lehmann
Hütter lies bei Amtsantritt verlauten, dass er Wert auf die Fitness der Mannschaft lege.

Hütter lies bei Amtsantritt verlauten, dass er Wert auf die Fitness der Mannschaft lege.

Keystone/Lukas Lehmann

Die Mannschaft ist noch dieselbe, doch mit Adi Hütter steht ein neuer Trainer an der Seitenlinie: Dank ihm hat YB anscheinend wieder auf die Erfolgsspur zurückgefunden. Sein Team siegte jedenfalls gegen Vaduz in der Meisterschaft und kam im Cup gegen Chiasso eine Runde weiter. Der Traum vom ersten Titel seit fast drei Jahrzehnten geht weiter.

Thomas Spielmann ist selbstständiger Sportpsychologe und sagt zum momentanen Erfolg: «Die Mannschaft hat gemerkt, dass der Neue etwas kann und hört deshalb auch zu, was er zu sagen hat.» Möglich sei, dass die Spieler dem alten Trainer Uli Forte, der mit YB in 75 Spielen 36 Siege holte, zuletzt nicht mehr richtig zugehört hätten.

Empathie als Schlüssel

Der Experte hält für wahrscheinlich, dass der neue Trainer die richtigen Sozialkompetenzen mitbringt. «Adi Hütter verfügt über Empathie, welche es ihm ermöglicht, in die Spieler hineinzuschauen», meint Spielmann. Hütter habe nicht nur einen Plan A, sondern auch einen Plan B, C und D, und das würden die Spieler merken.

Von einer Positivspirale, die bis zum Titel führe könnte, will Spielmann aber noch nichts wissen. Nur gut zureden alleine reiche nicht, um die Spieler zu Höchstleistungen zu bringen. Es brauche genaue Vorschläge von Hütter: «Wenn die Spieler merken, dass seine Änderungen wirken, dann werden sie auch beginnen, daran zu glauben.»

«Gegen Basel nichts zu verlieren»

Am Mittwoch steht nun das Heimspiel gegen Meister Basel. Spielmann sieht in dem Spiel ein «Dessert»: «Gegen Chiasso im Cup konnten die Young Boys alles verlieren, gegen den FC Basel können sie nur gewinnen», erläutert der Psychologe. Schon ein Punkt sieht Spielmann als Erfolg an. Eine Niederlage hingegen hätte «keine grosse Auswirkung auf den Trainer und die Mannschaft, da Hütter nicht alles auf einmal umkrempeln kann», so der Experte.

Fans gespannt auf Hütter

Auch die Fans loben Hütter. In einem Forum schreibt User tooby87: «Ein Mann mit Charisma und Ausstrahlung, der so wirkt, als hätte er Ahnung, von was er redet.» Fan Sektor_D7 pflichtet bei: «Er kam sehr sympathisch und ehrgeizig rüber.»

Hütter ist also erfolgreich in das Abenteuer «Young Boys» gestartet, aber: «Frühestens in vier bis fünf Wochen, spätestens wenn die Vorrunde vorbei ist, kann man schauen, ob der Trainerwechsel wirklich erfolgreich war oder nicht.»

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