Fussball & Politik: Der FC Basel und das Ägypter-Problem
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Fussball & PolitikDer FC Basel und das Ägypter-Problem

Spielen die FCB-Ägypter Mohamed Salah und Mohamed Elneny gegen Tel Aviv oder weigern Sie sich? Die Debatte flacht nicht ab, auch weil der FC Basel keine Entscheidung kommuniziert.

von
fbu

Wenn Fussball politisch wird: Mohamed Salah wechselte am vergangenen Dienstag vor dem Spiel gegen Maccabi Tel Aviv die Schuhe anstatt seinen Gegnern die Hand zu schütteln. Weil er Ägypter ist, wird dies als politisches Zeichen an Israel gewertet. Ob dem wirklich so war, kann abschliessend nicht gesagt werden.

Seit diesen Szenen wird nun spekuliert: Wird Salah die Reise zum Rückspiel in Israel nicht antreten und aus politischen Gründen verzichten? Der Flügelspieler soll laut der NZZ an die Klubführung des FCB herangetreten sein, um zu erklären, dass er sich in einer schwierigen Situation befinde. In seiner Heimat fordere man ihn auf, nicht anzutreten. Der Ägypter-Fall des FCB verbreitet sich darauf in den Medien weiter. Sogar in Deutschland wird der Fall nun thematisiert.

FCB kommuniziert zurückhaltend

Dem FC Basel gelingt es in dieser Situation nicht, der Diskussion den Wind aus den Segeln zu nehmen. Vier Tage vor dem Spiel in Tel Aviv hat Rotblau noch nicht klar kommuniziert, ob Salah – und auch sein Landsmann Elneny – mit in den Nahen Osten reisen. Murat Yakin meinte am Freitag, man werde am Montag sehen, ob Salah und Elneny dabei sind. «Ich gehe aber davon aus, dass sie dabei sind», fügte der FCB-Trainer hinzu. Am Tag zuvor äusserte sich Präsident Bernhard Heusler gegenüber dem SRF zum brisanten Fall: «Wir müssen den Ball flach halten, um in der Fussballer-Sprache zu bleiben», sagt Heusler, «es liegt nicht am FC Basel, sich dazu zu äussern».

Herausforderung für Fussballklubs

Sport soll Völker verbinden, heisst es. Funktionieren tut dies allerdings nicht immer. Was bedeutet das für Fussballklubs? Muss bei Transfers vermehrt überlegt werden, aus welchen Nationen Akteure eingekauft werden? Der aktuelle Fall zeigt zumindest, dass sich ein Klub eine Strategie zulegen muss, wie er in solchen Situationen vorgeht.

Rein sportlich gesehen geht es für den FCB definitiv um zu viel, als dass zwei tragende Figuren des Kaders einfach zu Hause bleiben könnten. In der Champions-League-Qualifikation geht es dafür um zu viel Image und zu viele Millionen, um auf wichtige Spieler zu verzichten - schliesslich verzichten sie später (aus politischen Gründen) auch nicht auf die Prämien.

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