Nach Niederlage gegen Lugano – «Verlorenes Vertrauensverhältnis» – Luzern trennt sich von Fabio Celestini
Publiziert

Nach Niederlage gegen Lugano«Verlorenes Vertrauensverhältnis» – Luzern trennt sich von Fabio Celestini

Tabellenschlusslicht Luzern zieht die Reisslinie und trennt sich per sofort von Trainer Fabio Celestini. Interimistisch übernimmt U-21-Coach Sandro Chieffo.

von
Florian Gnägi
1 / 3
Nicht mehr Luzern-Trainer: Fabio Celestini.

Nicht mehr Luzern-Trainer: Fabio Celestini.

Martin Meienberger/freshfocus
Ad interim übernimmt U-21-Coach Sandro Chieffo die erste FCL-Mannschaft.

Ad interim übernimmt U-21-Coach Sandro Chieffo die erste FCL-Mannschaft.

freshfocus
Wie es für Fabio Celestini nun weitergeht, ist zurzeit noch offen.

Wie es für Fabio Celestini nun weitergeht, ist zurzeit noch offen.

Martin Meienberger/freshfocus

Darum gehts

  • Fabio Celestini ist nicht mehr Trainer des FC Luzern.

  • Die Innerschweizer trennen sich per sofort von ihrem Cupsieger-Coach.

  • Die Club-Führung spricht von fehlendem Vertrauensverhältnis und Identifikation.

Die 1:3-Niederlage in Lugano war die eine zu viel für Fabio Celestini. Der FC Luzern hat sich dazu entschieden, sich per sofort von seinem Cheftrainer zu trennen. Die Entscheidungsgremien des FCL begründen diesen Schritt in einer Medienmitteilung mit der unbefriedigenden Punkteausbeute von nur zehn Punkten aus 14 Spielen und einem «unwiederbringlich verlorenen Vertrauensverhältnis aufgrund von öffentlichen Äusserungen des bisherigen Cheftrainers».

Mit diesem Entscheid wolle der FCL seinem Team einen neuen Impuls geben. Interimistisch betreut werden wird die 1. Mannschaft bis zur Winterpause vom bisherigen U-21-Trainer Sandro Chieffo. Bereits vor der Trennung von Celestini wurden Namen wie Alex Frei als mögliche Nachfolger von einigen Medien ins Spiel gebracht. Auch Übungsleiter wie Ludovic Magnin oder Raphael Wicky sind zurzeit ohne Trainer-Job und wären vorstellbar als FCL-Coach.

«Celestini kann sich nicht mehr mit dem Club identifizieren»

FCL-Präsident Stefan Wolf geht mit Celestini hart ins Gericht: «Die in den letzten Tagen getätigten Äusserungen von Fabio Celestini zeigten, dass er sich nicht mehr mit dem Club und seinen Mitarbeitenden identifizieren kann. Die Entscheidungsgremien des Clubs – Aktionäre, Verwaltungsrat und sportliche Leitung – missbilligen diese nicht loyalen, öffentlichen Äusserungen des bisherigen Cheftrainers und lesen sie als Treuebruch.»

Der Westschweizer Trainer hatte in den letzten Wochen immer wieder mit heiklen Aussagen in den Medien einige Fans und offensichtlich auch Club-Vertreter des FCL verärgert. Gegenüber «Le matin dimanche» sprach er schon vor einiger Zeit offen von einem FCL-Abschied. Am letzten Samstag attackierte der 46-Jährige in einem brisanten Interview mit der «Luzerner Zeitung» den Luzerner Verwaltungsrat direkt und meinte: Sie spielen nicht, sie können Sitzungen machen und auch mit anderen Trainern reden. Sie können sagen, er braucht acht, neun, zehn, zwölf oder 15 Punkte – jedes Ziel, das sie wollen.» Nach der Niederlage in Lugano zeigte sich Celestini zudem auch äusserst gereizt in einem TV-Interview bei blue.

FCL-Präsident Wolf wird in der Club-Medienmitteilung wie folgt zitiert: «Auch unser Vertrauen ist deshalb nicht mehr vorhanden, dass wir mit Fabio Celestini das Ruder herumreissen würden. Deshalb haben wir diesen Schritt jetzt vollzogen. Dennoch möchten wir festhalten, dass Fabio Celestini während seiner Zeit beim FC Luzern viel geleistet hat – und den Club mit dem Cupsieg 2021 prägte.» Celestini übernahm den FCL im Januar 2020 und stand insgesamt in 78 Partien an der Luzerner Seitenlinie.

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung

16 Kommentare