Aktualisiert 02.10.2018 15:04

«Kuhweide» ist weg

Der FC Luzern erhält einen Bundesliga-Rasen

Die «Kuhweide» in der Swissporarena in Luzern ist weg. Die Schweizer Nationalmannschaft kann aufatmen.

von
E. Tedesco, Luzern

Lange Bälle, genaue Pässe und Schüsse ins Schwarze? Granit Xhaka, Eden Hazard und Romelu Lukaku können aufatmen. Technisch präzisem Fussball steht in Luzern bald nichts mehr im Weg. Seit Montag wird in der Swissporarena der alte Rasen abgetragen und entsorgt, um neuem Grün Platz zu machen, das zu Beginn der nächsten Woche verlegt wird.

Was musste sich der FC Luzern in den letzten Monaten anhören und war über den Rasen in der Swissporarena zu lesen. Es verging kein Spiel ohne Kritik an der lausigen Unterlage. Mitte August hiess es seitens des FCL, dass ein neuer Rasen aus finanziellen Gründen nicht drin liegt, unter anderem weil im Sommer 2019 eine Totalsanierung ansteht.

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Der bestehenden Rasen wird entfernt.

Der bestehenden Rasen wird entfernt.

Keystone/Urs Flueeler
Die Luzerner wurden in letzter Zeit immer wieder für die Unterlage kritisiert.

Die Luzerner wurden in letzter Zeit immer wieder für die Unterlage kritisiert.

FreshFocus/Martin Meienberger
Der neue Rasen wird aus breiteren Bahnen bestehen.

Der neue Rasen wird aus breiteren Bahnen bestehen.

Keystone/Urs Flueeler

Aber von der Dauerkritik aufgerüttelt, hätten sich diverse Leute bei Präsident Philipp Studhalter gemeldet und Hilfe angeboten. Dank dieser Sponsoren wird in den nächsten Tagen ein neues Grün verlegt. Die Sanierung des Unterbaus wird deshalb aber wohl auf den Sommer 2020 verschoben.

Ein grosser europäischer Player

Der neue Roll-Rasen kommt aus Bayern. Er wurde 2016 angesät und wird am nächsten Dienstag auf 17 Lastwagen in die Zentralschweiz geliefert. «Der Lieferant aus Süddeutschland ist einer von drei grossen Playern in Europa», sagt Daniel Böbner, «und verfügt über viel Erfahrung mit Sportrasen. Er hat auch in der Bundesliga schon mehrere Unterlagen verlegt.»

So zum Beispiel in der Allianz Arena in München. «Es gibt nur wenige Anbieter, die so breite Bahnen anbieten», erklärt der Stadionmanager. Denn je breiter die einzelnen Bahnen sind, desto stabiler ist das Geläuf später. Die Bahnen für Luzern sind 16 Meter lang und 2,20 Meter breit.

Das nächste FCL-Heimspiel findet am 20. Oktober statt. Kann der Rasen bis dahin Wurzeln schlagen, um bespielbar zu sein? «Genau aus diesem Grund haben wir eine dickere Sode bestellt. Ein normaler Teppich ist rund 18 mm dick. Wir haben 3,5 Zentimeter gewählt. Das ist aufwendiger und ein wenig teurer bei der Anlieferung, weil er schwerer ist, aber das gibt uns die Gewähr, dass der Teppich bis zur besagten Zeit bespielbar ist», sagt Böbner.

Was bedeutet teurer? «Wir sprechen nicht über Zahlen, aber er ist weniger teuer, als in den Zeitungen zu lesen war», sagt Studhalter. Die Rede war von rund 300'000 Franken.

Die Investition freut den FCL und wohl auch die ganze Liga. Vor allem aber kann sich Luzern auch als Gastgeber der Schweizer Nationalmannschaft im November von einer guten – vielmehr grünen – Seite zeigen. Am 18. November ist Belgien in Luzern zu Gast.

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