Aktualisiert 30.08.2015 21:24

Weisse WesteDer FCB besteht den geforderten Charaktertest

FCB-Trainer Urs Fischer hat das Spiel gegen den FCZ zum Charaktertest ausgerufen. Seine Mannschaft lässt sich nicht zweimal bitten.

von
E. Tedesco

Der FCB gewinnt den Klassiker gegen den FCZ 3:1 und geht mit weisser Weste in die Nati-Pause. Luca Zuffi äussert sich zum 7. Sieg im 7. Spiel. (Video: 20 Minuten)

Lange Zeit sah es so aus, als hätte Rotblau die Seuche aus den CL-Playoffspielen in die Meisterschaft mitgenommen. Die fehlende Effizienz hat dem Meister die Teilnahme in der Champions League gekostet. Und auch gegen den FCZ patzten die Basler - vorerst. Die dicksten Chancen vergab Captain Matias Delgado. Eine Freistoss-Möglichkeit (20.) kann man ihm noch nachsehen. Die Traum-Vorlage von Embolo, die der Captain aber aus optimaler Position unters Stadiondach zimmert, nicht mehr. Die muss er zwingend machen. Genauso eine ähnliche Chance vertändelt Delgado in der 71. Minute noch einmal.

«Die Umstellung vom Dienstag auf den Sonntag war nicht einfach», sagt Luca Zuffi. «Es war natürlich eine grosse Enttäuschung da und die muss man erst vergessen. Aber das ist uns hervorragend gelungen mit dem 3:1-Sieg und deshalb sind wir mehr als zufrieden.»

Unterbruch von 12 Minuten

Gut weggesteckt hat Rotblau auch den 12-minütigen Unterbruch in der ersten Halbzeit, nachdem aus dem FCZ-Sektor Gegenstände auf das Feld geworfen wurden. «Wir respektieren die Entscheidung des Schiedsrichters», sagt Shkelzen Gashi. «Wir haben versucht konzentriert zu bleiben, aber schliesslich sind wir Profis und es wirft uns nichts so schnell aus der Bahn. Vielleicht ist es uns bei der Hitze sogar etwas entgegengekommen, denn wir konnten ein bisschen abkühlen und wieder neu loslegen.»

Der FCB hat losgelegt und dominierte den FCZ nach der Pause nach Wunsch. «Wir hätten den Sack früher zumachen können, denn wir hatten zwei, drei wirklich gute Chancen. Aber die Mannschaft hat Charakter gezeigt und noch zwei Tore geschossen», so Zuffi. Damit hat die Mannschaft den von Fischer geforderten Charaktertest bestanden.

Urs Fischer hatte Freude am Spiel

«Auf der einen Seite ist der Dienstag abgehakt, auch mit der Auslosung der Europa-League-Gruppe und den Spielen, auf die wir uns nun freuen», sagt Urs Fischer. «Aber man wird halt immer wieder daran erinnert, spätestens dann wieder, wenn man am Dienstag und Mittwoch den Fernseher einschaltet. Aber die Mannschaft ist gut mit der Enttäuschung umgegangen und das hat man an der Reaktion gegen den FCZ gesehen», so der FCB-Trainer weiter. Auch wenn ihm klar ist, dass er in Zukunft immer wieder mit Fragen zum Thema konfrontiert werden wird...

Fischer: «In der 2. Halbzeit waren wir sehr dominant – in einer Art und Weise, dass man auch als Trainer Freude daran hat.» Diese Dominanz münzte der FCB in Tore um. Shkelzen Gashi (71.) degradierte Nef und Kecojevic zu «Schulbuben» und schiesst den vorentscheidenden 2:1-Treffer. Nef stand 13 Minuten später wieder im Mittelpunkt: Der FCZ-Abwehrchef reisst Marc Janko im Strafraum um. Der Gefoulte tritt gleich selber zum fälligen Penalty an – 3:1.

Sieben Spiele, sieben Siege. Die Bebbi gehen mit einer blitzsauberen Weste in die 14-tägige Natipause. «Der Sieg vor der anstehenden Länderspielpause tut uns sehr gut», so Fischer. Der FCB-Trainer will die Meisterschaftspause fürs Training nützen, das im 3-Tages-Rhythmus zuletzt zu kurz kam. Allerdings werden lediglich ein Torhüter und zehn Feldspieler in den Genuss des intensiveren Trainings kommen. Denn die anderen 14 sind Nationalspieler und mit ihren Auswahlen unterwegs.

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